Montag, November 28, 2022

Eingefahrene Bahnen verlassen

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Der Magdeburger Beigeordnete für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit, Rainer Nitsche, gilt als Spiritus Rector für die Präsentation der Landeshauptstadt auf der Leipziger Buchmesse. 2020 ist die Stadt zum 6. Mal mit einem Stand vertreten und präsentiert hiesige Autoren, Künstler und Bücher.

Herr Nitsche, am 29. Juni werden Sie offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Sie haben also zum letzten Mal die Fäden für den Magdeburger Auftritt zur Leipziger Buchmesse in der Hand. Was
wird davon über Ihr Scheiden hinaus wirken?

Rainer Nitsche: Der Stand für Magdeburger Autoren, Verlage und Künstler beinhaltet ja neben der Literatur einen ganzen Blumenstrauß an Marketingaspekten. Wir zeigen Magdeburg von seinen sehens- und erlebenswerten Seiten. Deshalb sind beispielsweise unsere Kultureinrichtungen mit Informationen am Stand vertreten. Doch heute zeigt sich noch etwas anderes, nämlich dass der Schritt, nach Leipzig zu gehen, etwas ausgelöst hat.


Was meinen Sie?
Eine Tourismusmesse mit einem Stand und Informationen zu bespielen, das konnten wir schon lange. Leipzig war vor sechs Jahren Neuland. Es waren
neue Wege und viele Ideen gefragt, um ein Programm und Inhalte für vier Tage zusammenzustellen. Die Buchmesse hat uns aus eingefahrenen Bahnen herausgeholt. Heute werden bei Unternehmensentwicklungen in der Stadt neue Formen von Entscheidungsprozessen angewandt. Dazu zählen kreative Methoden wie zum Beispiel Design Thinking und agile Methoden. Es geht auch darum, Ideen und Lösungen zu kreieren, bei denen sich Unternehmen vernetzen können und Verwaltungshandeln über eingefahrene Mechanismen hinaus möglich sind. Es brauchte solche Impulse, wie die Herausforderungen zur Leipziger Buchmesse, um Neues anzuschieben. Magdeburg muss sich in vielem noch neu erfinden. Das ist im Standortwettbewerb wichtig. Querdenker und Alternativen kommen nur zum Vorschein, wenn man aus alten Mustern heraustritt. Dafür war Leipzig eine Initialzündung.

Die Landeshauptstadt hat den Sprung in die
nächste Runde bei der Bewerbung zur Kulturhauptstadt geschafft. Wird das in der Außendarstellung in Leipzig eine Rolle spielen?

Natürlich wollen wir weiterhin selbstbewusst im Bewerbungsverfahren auftreten. Aber die Jury hat uns bei der Auswertung des ersten Bitbooks manche Nachbesserung ins Hausaufgabenheft geschrieben. Mit dem Motto „Out of the Void“ in Verbindung mit „Verantwortung übernehmen“ haben wir die mittelalterlichen Wurzeln für beginnende Rechtssicherheit und Selbstorganisation von Städten, die sich mit dem Namen „Magdeburger Recht“ und seiner europäischen historischen Ausbreitung verbinden, noch
nicht offensiv genug dargestellt.

Verbinden sich mit der Präsenz zur Buchmesse auch Impulse für die Kreativwirtschaft?
Auf jeden Fall. Das lässt sich zwar nicht immer sofort an harten Fakten ablesen. Aber ich sehe doch, wie Unternehmen mit Akteuren der Kreativwirtschaft zusammenarbeiten, gemeinsame Projekte entstehen
und wie produktiv zahlreiche Künstler, Autoren, Designer, Architekten etc. in der Stadt wirken. Vor allem sind Kreative von hier in Leipzig sichtbar geworden. Magdeburger Autoren und Künstler machen mit bei „Leipzig liest“. Da bilden unsere Leute mittlerweile einen festen Programmteil. Solche Beispiele rücken die Ottostadt in den Mittelpunkt und machen
Menschen neugierig auf hiesige Stärken und Schönheiten.

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