Freitag, Juli 1, 2022
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Eintrittskarten für Kirchenneubau

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Eine der schönsten Kirchen im Magdeburger Stadtbild war wahrscheinlich die Deutsch-Reformierte Kirche am ehemaligen Kaiser-Otto-Ring (heutige Henning-von-Treskow-Straße). Zur deutsch-reformierten Gemeinde fanden sich 1692 die seit 1666 als Mitarbeiter und Mitglieder des brandenburgisch-kurfürstlichen Hofes in Magdeburg ansässigen Reformierten mit den Deutschen der „Pfälzer Kolonie” – 1689 aus der Pfalz vertriebene Reformierte – zusammen. Bekannte Gemeindemitglieder waren der noch in der Paulinerkirche getaufte spätere General des nordamerikanischen Unabhängigkeitskrieges Friedrich Wilhelm von Steuben (1730-1794), der Adjutant Lützows Karl Friedrich Friesen (1784-1814) und der Großkaufmann Adolf Mittag (1833-1920). Die Gemeinde verkaufte 1895 ihr baufälliges altes Kirchengebäude am Breiten Weg (etwa in der Höhe des jetzigen Hauptpostgebäudes). Zuvor hatte die Gemeinde zunächst die Gangolfi-Kapelle am Domplatz und von 1700 bis 1895 die danach abgerissene Paulinerkirche am Breiten Weg genutzt. Im gleichen Jahr kaufte man ein Baugrundstück auf dem Nordfront-Areal. Am 10. Juli 1896 wurde der Grundstein für die neue Kirche gelegt. Die Leitung des Baues übernahm Stadtbauinspektor Jaehn. Sie wurde im frühgotischen Stil errichtet, mit einem 72 Meter hohen Turm. Der Innenraum hatte eine umlaufende zwölfeckige Empore. Kanzel, Abendmahlstisch und eine Rühlmann-Orgel waren in einer Achse angeordnet. Als am 31. Januar 1899 die Einweihung erfolgte, mussten tags zuvor Eintrittskarten ausgegeben werden, da die Nachfrage enorm war. Im Mai 1917 raubte man der Kirche ihre zwei größten Glocken, da sie für Munition im Ersten Weltkrieg gebraucht wurden. Erst am 20. Oktober 1929 wurde das Glockenwerk als Geschenk der Gebrüder Adolf, Heinrich, Johannes und Fritz Mittag wieder vervollständigt. Allerdings nur kurze Zeit – 1940 wurden die großen Glocken wiederum eingeschmolzen. Das Gotteshaus der deutsch-reformierten Gemeinde erhielt am 16. Januar 1945 schwere Bombentreffer und wurde nicht mehr aufgebaut. Die Steine fanden beim Bau der römisch-katholischen Sankt-Andreas-Kirche im Magdeburger Stadtteil Cracau Verwendung. 1950 vereinigte sich die deutsch-reformierte Gemeinde mit der wallonisch- und der fanzösisch-reformierten zur evangelisch-reformierten Gemeinde Magdeburg.

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