Mittwoch, Dezember 8, 2021
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Faszination synthetischer Klangwelten

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Ganz im Zeichen des Synthesizers steht die 11. Ausgabe von „SinusTon – Magdeburger Tage der elektroakustischen Musik“ vom 28. bis 31. Oktober. Vier Konzerte an verschiedenen Orten der Stadt, eine Filmvorführung und ein Workshop für Kinder zeigen eine große Bandbreite zeitgenössischer elektronischer Musik.
Den Auftakt im Oli-Kino bestreitet am Donnerstag, 28. Oktober, 19.30 Uhr, das Ensemble TRIOGLYCERIN mit der Vertonung eines Stummfilmklassikers. Lotte Reinigers erster abendfüllender Animationsfilm „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“, entstand 1923-26. Das SinusTon-Festival präsentiert das Werk mit Live-Musik von und mit TRIOGLYZERIN. Unter diesem Namen haben sich drei Musiker zusammengefunden, um die Kinoatmosphäre von damals nicht nur wieder erlebbar zu machen, sondern durch die Verwendung moderner Klangmittel stilistisch zu erweitern. Klavier, Violoncello und Oboe stellen den Bezug zur Tradition her. Zusätzlich kommen Synthesizer zum Einsatz, um durch Geräusch- und Toncollagen eine größere Klangvielfalt zu erreichen.

In einer langen Nacht am Freitag, 29. Oktober, stellen Synthesizer-Spieler unterschiedlicher Genres der elektronischen Musik ihre Instrumente in Konzerten im Gesellschaftshaus vor. Das „Haus der Musik“ der Landeshauptstadt Magdeburg wird dabei zum Forum der synthetischen Klänge unterschiedlichster Art. Neben dem Kölner Duo Kai Niggemann & Conni Trieder: Dunkelwellen sowie dem amerikanischen Fachmann für Modulare Synthesizer, Richard Scott, und einem weltweit vernetzten Online-Projekt unter der Leitung von Henrik von Coler ist auch der Magdeburger Act Sync_Ed, gemeinsam mit Slaughter House Point aus Leipzig zu erleben.
Neueste Werke für Instrumente, Live-Elektronik und Video präsentiert das amerikanische Switch~Ensemble am Sonnabend, 30. Oktober, im Moritzhof. Das Ensemble, dessen Mitglieder aus verschiedenen Staaten der USA zusammenkommen, hat für das Konzert in Magdeburg unter anderem neue Stücke von Leilehua Lanzilotti, Igor C. Silva, Jason Thorpe Buchanan, Ted Moore und Katharina Rosenberger im Gepäck. Das preisgekrönte Ensemble hatte in den vergangenen Jahren mehrere Residenz-Aufenthalte, darunter an der Harvard Universität in Boston, an der Cornell Universität in Ithaca, NY, und der Eastman School of Music.

Ebenfalls im Moritzhof steht mit „Mary Bauermeister – Eins und eins ist drei“ ein Dokumentarfilm über die „Mutter der Fluxusbewegung“ auf dem Programm. Bauermeister schrieb mit Persönlichkeiten wie Karlheinz Stockhausen, John Cage und Nam Jun Paik zu Beginn der 1960er Jahre Kunstgeschichte und denkt auch heute, mit 85 Jahren, noch nicht ans Aufhören.

Auriane Schneller, Tochter des Komponisten Oliver Schneller, hat das SinusTon-Festival schon in der Vergangenheit mit Workshops für Gleichaltrige begeistert. Die zehnjährige Tüftlerin hat nun einen Handschuh erfunden, der Töne und Geräusche macht. Am Sonntagnachmittag, 31. Oktober, können Kinder im Alter von 7 bis 14 Jahren dieses Instrument unter Aurianes Anleitung nachbauen.

Eine Reise in die Geschichte der elektronischen Musik unternimmt Enno Poppe im diesjährigen Abschlusskonzert am Sonntagnachmittag im Gesellschaftshaus. Unter der Leitung des Komponisten erklingt dessen Werk „Rundfunk für 9 Synthesizer“ mit Mitgliedern des „ensemble mosaik“. „Ohne den Rundfunk“, so der Komponist, „gäbe es die Neue Musik in ihrer heutigen Form nicht.“ Doch viele der damaligen Klanginnovationen sind heute kaum noch verfügbar, weil die alten Technologien heute schlicht nicht mehr existieren oder funktionieren. Daraus entstand die Idee, die historischen Klänge des Elektronikzeitalters zu „retten“ und ein Stück aus den wiederbelebten Klängen zu komponieren.

Karten sind erhältlich über die Tickethotline (0391 / 5 40 67 77) sowie in der Tourist-Information, im Kartenhaus im Allee-Center und im Volksstimme Service-Center. Einen Programmüberblick finden Sie unter www.sinuston.org

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