Mittwoch, August 10, 2022
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Festung Mark: Junge Kunst in vielen Facetten

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„Hier ist doch nichts los“ gilt als typischer Satz junger Leute, nicht nur aus Sicht sogenannter Erwachsener. Junge Menschen sehen das nicht selten ebenso, das bestätigt eine Gruppe junger Magdeburger, die jedoch ihr besonderes Fazit daraus gezogen haben. Es umfasst zwei Worte: Kultur machen! Selbst. Sie gründeten einen Verein und bringen nun junge Kunst ins Land.

Sie treffen sich in einem Garten im Osten der Stadt. Das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden passt wunderbar. So lässt sich locker und entspannt beisammen sein und gleichzeitig über künftige Vorhaben fabulieren. Junge Leute, deren Alter durchschnittliche 20 Jahre ergibt. Sie sind Schüler, machen eine Ausbildung oder studieren. Die meisten kennen sich seit der Schulzeit, einige besuchten dieselbe Schule, andere verbindet dieselbe Freizeitaktivität. Wie Paula Leineweber und Viktor Przyborowski, die im Jugendsinfonieorchester musizieren. Rund ein Dutzend Mitglieder hat der Verein, aber um die Anzahl gehe es nicht, sagt Thomas Müllerke vom Vorstand. Vielmehr wollen sie Veranstaltungen organisieren für die Jugend der Region. Dabei machen sie keine Altersunterschiede. Es soll Kultur sein für Schüler, Jugendliche, Azubis, Studenten, „für die es kaum Veranstaltungen gibt“. Ein Manko, das sie schon lange störte und gegen das sie etwas unternehmen wollen. Gleichzeitig geht es dem Verein darum, junge Talente zu fördern, ihnen Möglichkeiten zu bieten, sich und ihr Können präsentieren zu können.

Aufgewachsen in Magdeburg und Umgebung haben die Vereinsmitglieder durch Ausbildung und Studium zum Teil entfernte Wohnorte gefunden. Dennoch treffen sie sich regelmäßig in der alten Heimat, reden und planen, suchen Wege und Möglichkeiten, für junge Leute attraktive Veranstaltungen auf die Beine zu stellen. Die Idee gibt es schon länger, als Verein eingetragen seit Dezember 2019. In diesem Jahr wollten sie groß durchstarten. Mehrere Konzerte waren vorbereitet – und mussten wegen Corona abgesagt werden. Auftakt war mit dem Landesjugendorchester Hamburg geplant. Deren Musiker im Alter zwischen 14 und 25 Jahren haben eine so gute Qualität, dass sie bereits in der Elbphilharmonie auftraten. „Mach Kultur“ hatte nun mehrere Auftritte in Mitteldeutschland organisiert, nicht nur in Magdeburg. Alle mussten für 2020 abgesagt werden. Doch den Mut lassen sich die jungen Organisatoren nicht nehmen, das Engagement ebenso wenig. Jetzt wird eben im kleineren Kreis begonnen, mit Konzerten vor kleinerem Publikum. Wie mit Konstantin Bruns am Violoncello, der mit seiner Spielkunst bereits nationale und internationale Preise gewonnen hat. Für seine herausragenden Leistungen erhielt er ein Förderstipendium sowie den Sonderpreis der Deutschen Stiftung Musikleben. Auftritte sind unter anderem in Magdeburg und Leipzig geplant. Die größeren Veranstaltungen wurden aufs nächste Jahr verschoben.

So unterschiedlich die Interessen der Vereinsmitglieder sind, so unterschiedlich sind ihre geplanten Vorhaben, die Künstler und Genres. Konzerte sind nur ein Teil, darstellende Kunst ein weiterer. Dazu gehört beispielsweise die junge Malerin Ella Maria Groß, die es von Magdeburg nach Leipzig zog, um dort Kunst zu studieren. Ihre Arbeiten auszustellen, ist ebenfalls in Planung.

Das erste große musikalische Ereignis wird nun am 25. Juli in der Reihe „Kulturpicknick“ an der Festung Mark sein. So groß jedenfalls wie derzeit möglich. Es ist ein Konzert mit Musikern aus der Region. Zum einen ist dabei die Band „Es bedarf an Helden“. Die fünf Musiker sind längst keine Unbekannten mehr in der Region und auch darüber hinaus. Sie machen deutschsprachige Musik mit Einflüssen aus Rock, Indie und Pop. Ihre Texte sind gedankenreich und tiefgründig. Es geht um Träume, Erinnerungen und Gefühle, ebenso aber auch politische Themen. Schließlich bedarf es an Helden, und der Name kommt nicht von ungefähr. Weiterhin sind zwei Solokünstler zu erleben. Laura Nahr, eine Singer-Songwriterin mit einprägsamer Stimme, war bereits einmal mit der benannten Band in der Festung Mark zu erleben. Ihre Musik ist bei youtube wie spotify zu hören – was einen verlockenden Vorgeschmack gibt, das Live-Erlebnis jedoch nicht ersetzen kann. Schließlich ist ein junger Mann dabei, der sich namentlich bedeckt hält und als Ein-Mann-Band „A Boy With No Name“ unterwegs ist. Manche werden ihn von anderen Projekten wie MuMPItz wiedererkennen. Er ist nicht nur Sänger, sondern Multiinstrumentalist. Live tritt er mit Gitarre oder Piano auf, beherrscht aber ebenso Blasinstrumente, Bass und Drumms, nimmt seine Songs technisch talentiert selbst auf. Bei seinen Kompositionen versteht er es, poppige Elemente mit Klassik zu verbinden. Eine Kombi, die ihn neben seinem Können als Interpret ins Finale des Wettbewerbs SWM-Talentverstärker brachte.

Es ist junge Musik, offen für ein altersloses Publikum. Zu erleben am 25. Juli ab 19 Uhr (Einlass ab 18 Uhr) auf der Wiese des Hohepfortewallparks neben der Kulturfestung. Karten sollten wegen der Corona-Maßnahmen vorab erworben werden. Nach Picknick-Art bekommt jeder eine Decke (kann sich aber auch selbst eine mitbringen), die zur nächsten in vorgeschriebenen zwei Meter Abstand platziert wird. Snacks und Getränke können bequem vom Platz aus mit dem Smartphone bestellt werden. Weitere Informationen gibt es im Internet auf der Seite www.festungmark.com  Birgit Ahlert

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