Film verrückt: Tipps von Lars Johansen

In dieser Rubrik möchte ich Filme empfehlen, die Sie im Kino oder auf dem Bildschirm zu Hause einmal anschauen sollten. Dabei möchte ich Ihren Blick auf eher Ungewöhnliches lenken.

Es ist Sommer, es ist heiß, da kann man sich ruhig mal in die Niederungen des wundervoll durchgeknallten Billigfilms begeben. „Jaka – Der Rebell“ hat mittlerweile auch schon fast 40 Jahre auf dem Buckel. Frisch auf DVD erschienen ist dieser kleine, feine Heuler mit dem damaligen Superstar aus Indonesien, Barry Prima. Und Prima ist der ganze Film, er wird geblendet, in ein Schwein verwandelt und fast getötet, während er gegen die bösen belgischen Kolonialherren kämpft. Deren Kommandant, Van Schramm, sieht so aus und verhält sich so, als würde Kaiser Wilhelm von Charles Manson gespielt. Mit Zauberern und Zombiekriegern bekämpft er den Widerstand, aber Barry bleibt Prima und rettet Indonesien.

Zurück im Jahr 1962 finden wir „Der Kopf, der nicht sterben durfte“, einen amerikanischen Billigfilm mit einigem, schwarzweißem Charme. Und da sich das feine Magdeburger Label Ostalgica der Sache angenommen hat, sind Bild- und Tonqualität dieses Beitrags zur „Classic Chiller Collection“ exzellent. Der Film selber war preiswert und ist erstaunlich explizit in der Darstellung fragwürdiger Gewalt. Es gibt Schönheitscontests und Frauen, die sich um den verrückten Doktor balgen, der den Kopf seiner Geliebten nach einem Unfall am Leben hält, um ihr einen neuen Körper zu suchen. Den findet er natürlich nur in den einschlägigen Stripclubs der Stadt. Und dann ist da noch das missglückte Experiment im Wandschrank, das natürlich Amok läuft und für einen Billigfilm doch ganz ordentlich geworden ist. Kurz, ein herrliches Vergnügen für heiße Sommertage.

Im Moritzhof läuft am 13. 8. ein italienischer Mafiafilm an. Ich wusste gar nicht, dass noch welche gedreht werden. Im Zuge von „Der Pate“ hatten diese ja in den 70ern in Italien Hochkonjunktur. Und Martin Scorcese ist ohne Mafia ja quasi gar nicht denkbar. Mit Marco Bellocchio, den man mittlerweile schon Altmeister nennen muss, hat sich nun ein weiterer wirklich guter Regisseur dieses Themas angenommen und bürstet es ein wenig gegen den Strich. IL TRADITORE – ALS KRONZEUGE GEGEN DIE COSA NOSTRA ist die alte Geschichte vom Mafiosi, der aussteigen und mit der Polizei zusammenarbeiten möchte. Das geht natürlich nicht ohne Probleme und lohnt unbedingt das Ansehen.

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