Film verrückt Tipps von Lars Johansen

In dieser Rubrik möchte ich Filme oder Serien empfehlen, die Sie im Kino oder auf dem Bildschirm zu Hause einmal anschauen sollten. Dabei möchte ich Ihren Blick auf eher Ungewöhnliches lenken.

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Der wunderbare Film DUST DEVIL von Richard Stanley ist jetzt endlich in einer bezahlbaren Edition erschienen, die diesen 1992 entstandenen Film auch als Director’s Cut zugänglich macht. Er erzählt von einem mythischen Mörder, einem Dämonen, einem Mensch gewordenen Sandsturm, der auf eine starke junge Frau trifft, die sich ihm widersetzt. Das wird mit Bildern, die sich einprägen, hochintelligent erzählt und zitiert die Filmgeschichte rauf und runter, ohne in selbstreferentieller Attitüde zu erstarren. Das Ganze spielt im Süden Afrikas und bezieht die dortige Mythologie in die Erzählung ein, so dass alles fremd und weit entfernt und zugleich auf eine eigenartige Weise furchtbar nah wirkt. Ein Film wie ein Sog, auf den man sich unbedingt einlassen sollte.

„Das Todeshaus am Fluss“, ein Film von Fritz Lang aus dem Jahr 1950, ist jetzt endlich auch in Deutschland auf DVD zugänglich. Lang hatte damals in den USA nach ein paar kommerziellen Misserfolgen kein großes Budget zur Verfügung, dafür aber genoss er trotz der Beschränkung zugleich große Freiheit am Set. So ist ein spannender Kriminalfilm herausgekommen, dem man ansieht, dass er nicht sehr teuer gewesen ist, der aber noch einmal die Eigenständigkeit der Arbeit des großen Regisseurs zeigt. Die perfide Mordgeschichte handelt von einem wahnsinnig gewordenen Autor, der einen Mord aus purer Begierde begeht, den er seinem behinderten Bruder in die Schuhe zu schieben versucht. Das wird von Lang in harten Schwarzweißkontrasten böse und zynisch erzählt, dass es eine reine Freude ist, dieses eher unbekannte Werk des Meisters wiederzuentdecken.

Im Moritzhof sollte man sich im Kino „Die Rüden“ ansehen. Dabei geht es um junge männliche Häftlinge mit Gewalterfahrung, die mit ebensolchen Hunden konfrontiert werden. Das ist spannend und kompetent gemacht, kombiniert Laienschauspieler, die ihre Geschichten spielen mit Profis und mit Hunden, die eben keine dressierten Filmtiere sind, sondern solche, deren Reaktionen sich nicht planen ließen. Genau das macht diesen Film aus, in dem jederzeit das Unerwartete passieren kann und wird.

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