Film verrückt: Tipps von Lars Johansen

In dieser Rubrik möchte ich Filme oder Serien empfehlen, die Sie im Kino oder auf dem Bildschirm zu Hause einmal anschauen sollten. Dabei möchte ich Ihren Blick auf eher Ungewöhnliches lenken.

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Frisch auf Blu-ray ist „The Postcard Killings“ erschienen. Jeffrey Dean Morgan spielt einen amerikanischen Polizisten, der eigentlich nur seine frisch verheiratete Tochter in London besuchen möchte. Aber als er ankommt, sind sie und ihr Mann von einem Serienkiller ermordet worden, der in ganz Europa junge Paare tötet. Das Drehbuch ist nach einem Roman entstanden, den der Amerikaner James Patterson mit der schwedischen Erfolgsautorin Liza Marklund verfasst hat. Das ZDF hat mitproduziert und es ist eine ganz spannende Angelegenheit geworden, in der man auch Joachim Król als deutschen Kommissar miterleben kann. Es gibt ein paar Schwächen, so sieht Famke Janssen mittlerweile wie ein juveniles Botoxopfer aus, und die Auflösung ist nur bedingt unerwartet, aber einen Blick ist es mindestens wert.

Mehr als das kann man zu dem 1980 entstandenen Klassiker des Serienkillerfilms „Maniac“ sagen, der jetzt endlich ungekürzt und in exzellenter Qualität in Deutschland erschienen ist. Dazu kommen tonnenweise Extras. Der Film selber ist, das muss man einfach wissen, sehr blutig und ausgesprochen gemein, dafür aber auch klug und anrührend. Wenn Joe Spinell als Maniac mit seinen Schaufensterpuppen zusammenlebt, die er mit Utensilien seiner Opfer ausstaffiert, bis sie für ihn lebendig zu werden scheinen, dann hat das bis heute nichts von seiner rohen Kraft verloren. Das ist die hohe Kunst, Schreckliches schrecklich gut zu erzählen.

Gar nicht schrecklich geht es im Moritzhof zu, wo mit „David Copperfield“ ein alter Dickens-Klassiker zu sehen ist, der im neuen Gewand nicht so trocken, steif und ein wenig akademisch wie die typischen BBC-Klassikerverfilmungen daherkommt, sondern eine frische Brise in das Genre weht. Diese britische Produktion ist wirklich urkomisch und von schauspielerischen Schwergewichten bevölkert, die den Spaß in einer Weise zelebrieren, dass es die reine Freude ist. So kann und muss eine zeitgenössische Literaturverfilmung aussehen. Und Hugh Laurie, der so herrlich exzentrisch agiert, endlich mal wieder auf großer Leinwand sehen zu können, ist alleine den Eintritt wert.

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