Film verrückt: Tipps von Lars Johansen

In dieser Rubrik möchte ich Filme oder Serien empfehlen, die Sie im Kino oder auf dem Bildschirm zu Hause einmal anschauen sollten. Dabei möchte ich Ihren Blick auf eher Ungewöhnliches lenken.
„Don’t let go“ ist ein hübscher kleiner Thriller aus den USA. Er hat mich ein wenig an „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ erinnert, der vor gut 20 Jahren in den Kinos lief. Hier geht es um einen Polizisten, dessen Lieblingsnichte zusammen mit ihrer ganzen Familie brutal ermordet wurde. Doch auf einmal ruft ihn seine Nichte an. Das Gespräch scheint aus der Zeit vor dem Mord zu stammen. Er stellt rasch fest, dass dem wirklich so ist und er mit ihrem Ich aus der nahen Vergangenheit kommunizieren kann. Verzweifelt versucht er, gemeinsam mit ihr, das Geschehene zu verhindern. Das erfindet das Rad nicht neu, ist aber kompetent gespielt und gedreht und für Freunde von verzwickten Zeitreiserätseln durchaus zu empfehlen. Die spanische Produktion „Paradise Hills“ spielt irgendwann in der Zukunft, genauer wird es nicht spezifiziert, aber vieles deutet darauf hin. Es könnte sich auch um eine Parallelwelt handeln. Auch hier musste ich an einen Klassiker denken, der aber schon fast 50 Jahre auf dem Buckel hat und vor 17 Jahren ein Remake mit Nicole Kidman erfuhr. „Die Frauen von Stepford“ müssen da erleben, was geschieht, wenn sie nicht dem Bild entsprechen, dass sich ihre Gatten von ihnen machen wollen. Das Debüt von Alice Waddington, die bisher als Fotografin und Kostümbildnerin gearbeitet hat, ist verschwenderisch und betörend schön ausgestattet. Junge Mädchen werden in einer Akademie auf einer einsamen Insel dazu ausgebildet, sich gesellschaftskonformer zu verhalten. Das läuft natürlich nicht ohne Probleme ab und die Methoden der Direktorin (Milla Jovovitch) sind mehr als nur einschneidend. Auch hier wird das Rad nicht neu erfunden, aber sehr attraktiv in Szene gesetzt. Denn hinter dem scheinbaren Paradies lauert etwas durchaus Böses.

Und hier noch ein Streamingtipp, aber der ist diesmal kostenpflichtig. Immerhin kommen die Einnahmen, wenn man möchte, dem Moritzhof zugute. So tut man Gutes und kann sich einen schönen Film ansehen. Passend zum Winter, der sich gerade auflöst, ist es eine Dokumentation über Grönland, ein anderes Grönland als auf den Bildern mit makellosem Schnee, Sonne und wundervollen Eisbergen. „The Red House“ gräbt ein wenig tiefer und macht das sehr gut.