Montag, November 28, 2022

Film verrückt: Tipps von Lars Johansen

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In dieser Rubrik möchte ich Filme oder Serien empfehlen, die Sie im Kino oder auf dem Bildschirm zu Hause einmal anschauen sollten. Dabei möchte ich Ihren Blick auf eher Ungewöhnliches lenken. „Monstermann verbreitet Schre-cken“ stammt aus dem Jahr 1941 und ist ein wundervoller kleiner Grusler aus der Universal-Schmiede. Man sollte keinen zweiten Dracula oder Frankenstein erwarten, aber die Schauspieler überzeugen und „Man made Monster“, so der Originaltitel, ist ein echter kleiner Klassiker, der restauriert und mit deutscher Fassung versehen wurde. Denn den gab es in Deutschland bisher noch nie. Er lohnt sich aber tatsächlich, denn die Schauspieler sind ein Genuss. Wer das klassische Kino der 30er und 40er Jahre liebt, der muss hier zugreifen. Und das Magdeburger Label Ostalgica bietet immer Qualität. Ach ja, am Audiokommentar habe auch ich ein wenig mitgeschraubt.

„Barbarian Queen“ ist ein billiger, kleiner, und, oberflächlich betrachtet, ziemlich blöder Film, der gerade 70 Minuten dauert und 1985 im Zuge des Hypes um „Conan, der Barbar“ entstanden ist. Hier stehen knapp bekleidete Barbarenkriegerinnen im Mittelpunkt, die in Betonbadewannen baden, allerlei Unbill erleben und am Ende dem Oberbösewicht gewaltig in die Suppe spucken. Das ist so jenseits aller Logik und völlig irrsinnig inszeniert, dass man es kaum glauben kann. Aber da der Produzent Roger Corman heißt, wird man trotzdem prachtvoll unterhalten, wenn man das Hirn ausschaltet und das tut bei der Hitze mal richtig gut.

Man kann wieder ins Kino. Und ein wirklich unbedingt sehenswerter Film läuft frisch im Moritzhof an. So große Werke laufen dort sonst nicht, aber dieser kleine und zugleich große „Nomadland“, hat dieses Jahr den „Oscar“ als bester Film gewonnen. Das hat er verdient, denn so müssen Filme erzählt sein, authentisch, wahrhaftig und sehr nah an den Menschen, über die sonst nicht so gerne geredet wird. Sie haben alles verloren in der Wirtschaftskrise von 2008 und schaffen es doch, irgendwie zu überleben. Die Oscarverleihung hat gezeigt, dass es nicht großen Glamour braucht, sondern den Blick auf die soziale Realität, um gutes Kino zu schaffen.

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