Montag, November 28, 2022

Film verrückt – Tipps von Lars Johansen

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In dieser Rubrik möchte ich Filme oder Serien empfehlen, die Sie im Kino oder auf dem Bildschirm zu Hause einmal anschauen sollten. Dabei möchte ich Ihren Blick auf eher Ungewöhn liches lenken.

Während alle gespannt auf den nächsten James Bond warten, schaue ich doch gerne in die 60er zurück, als Bond noch wirklich Kult war und daher haufenweise Imitate entstanden. Diese werden als „Eurospy“ bezeichnet und die rührige kleine Firma PIDAX hat gleich eine ganze „Jack Clifton“-Box auf den Markt geworfen, in der drei wunderbar bunte und schräge Agentenfilme aus Italien vereint sind, die zwischen 1965 und 1966 entstanden. Der Titelheld wird von dem amerikanischen Schauspieler Ken Clark gespielt, der über ein kantiges Gesicht, einen muskulösen Körper und ziemlich genau zwei Gesichtsausdrücke verfügte. Nun muss man dazu wissen, dass der Held im Original Dick Malloy hieß, aber für die Deutschen klang Jack Clifton vermutlich kantiger und zupackender, daher bekam er diesen Namen verpasst. Aber seine Nummer war auch in Italien 077, also hatte er eine Null weniger und dafür eine 7 mehr als Bond. Es beginnt mit „Jack Clifton – Mission Bloody Mary“, der wie auch sein Nachfolger von Sergio Grieco inszeniert wurde. Eine Atombombe ist verschwunden und muss wiederbeschafft werden. Da geht es durch Paris, Madrid und vor allem Athen und der Held kann die Bombe schließlich in einem Schließfach auf einem Bahnhof deponieren. Damals wusste man eben noch nichts von Strahlung. Weiter ging es mit „Vollmacht für Jack Clifton“, in dem der Held durch Paris, Barcelona und Istanbul irrt, um den bösen Schuften die supergeheime Formel für Beta-Strahlen abzujagen. Die Strahlen sind gefährlich und lösen am Ende den Superbösewicht einfach auf, was Clifton zu einem weiteren Gesichtsausdruck verhilft. Und der letzte ist der beste, von Alberto de Martino realisiert, und heißt „Im Netz der goldenen Spinne“. Hier ist Daniela Bianchi, bekannt aus „Liebesgrüße aus Moskau“ mit dem echten Bond, Lady Chaplin, die von 077 auf den rechten Weg zurückgeführt wird. Dreimal kunterbunte Sixties-Unterhaltung, die einfach Spaß macht.

Und fürs Kino empfehle ich diesmal einen Film, der schon ein wenig älter ist, also in diesem Fall von 2004. „Erbsen auf halb 6“ ist kluges Kino, das sich mit dem Umgang mit Blindheit beschäftigt. Aber, bei aller Dramatik, ist es auch durchaus romantisch. Und vor allem WISSENSCHAFTSKINO in Kooperation mit der Landeshauptstadt Magdeburg/ Team Wissenschaft und der Hochschule Magdeburg- Stendal. Das bedeutet, der Eintritt am 17.2. um 18 Uhr im Moritzhof ist frei und es gibt eine wissenschaftliche Einführung, samt Gespräch mit Prof. Dr. Matthias Morfeld und mir über Inklusion.

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