Sonntag, August 1, 2021
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Film verrückt: Tipps von Lars Johansen

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In dieser Rubrik möchte ich Filme oder Serien empfehlen, die Sie im Kino oder auf dem Bildschirm zu Hause einmal anschauen sollten. Dabei möchte ich Ihren Blick auf eher Ungewöhnliches lenken.

Heute möchte ich mich einmal wieder in die Untiefen des Animationsfilms begeben. Der Irrglaube, dass es sich dabei immer nur um Kinderkino handeln muss, sollte mittlerweile ausgeräumt sein. Schon das erste Beispiel zeigt das deutlich: Der ungarische Film „Der Sohn der weißen Stute“, welcher im Jahr 1981 entstanden ist, eignet sich möglicherweise auch für Kinder, aber in allererster Linie richtet sich dieser Farbenrausch an Erwachsene. Wer die Bilder von beispielsweise Franz Marc oder Chagall schätzt, dem werden hier die Augen übergehen. In seinem Entstehungsjahr war der Film von Marcell Jankovics ein Misserfolg. Das scheint unvorstellbar, denn das einfache Märchen, welches hier erzählt wird, weist einen unverwechselbaren Stil auf, der die Geschichte nicht in den Hintergrund rücken lässt, aber ihr eine Mehrdeutigkeit zukommen lässt, die ihresgleichen sucht. Bei „Bildstörung“ ist dieses Meisterwerk (!) wunderbar aufbereitet, aber nur im Original mit Untertiteln erschienen.

Einen hübschen kleinen Märchenfilm aus Japan mag ich noch erwähnen, „Wonderland – Das Königreich im Keller“ von Keiichi Hara im Jahr 2019 realisiert. Auch hier haben wir eine Märchenhandlung, die sich, wie oft bei den japanischen Animes, eher an junge Mädchen richtet, geht es doch um das Erwachsenwerden, Verantwortung zu übernehmen und in diesem Fall, einen verwunschenen Prinzen kennenzulernen. Es beginnt in der realen Welt und unter dem Laden ihrer Tante entdeckt ein junges Mädchen zusammen mit dieser das titelgebende Königreich im Keller. Das ist hübsch und kompetent gemacht, reicht vielleicht nicht ganz an die Meisterwerke eines Hayao Miyazaki heran, vermag aber durchaus eigene Reize zu entwickeln.

Man kann wieder ins Kino. Und da haben wir im Moritzhof keinen Animationsfilm, aber den Gewinner eines Goldenen Bären: „Bad Luck Banging or Loony Porn“. Dieser rumänische Film ist so durchgeknallt wie er klingt, und nicht nur darum auch erst ab 18. Urkomisch und vielleicht gerade dadurch voll tiefer Ernsthaftigkeit kann man sich auf eine verrückte Reise durch unsere gegenwärtigen Befindlichkeiten begeben. Kleines, ganz großes Kino!

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