Samstag, Oktober 16, 2021
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Film verrückt: Tipps von Lars Johansen

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In dieser Rubrik möchte ich Filme oder Serien empfehlen, die Sie im Kino oder auf dem Bildschirm zu Hause einmal anschauen sollten. Dabei möchte ich Ihren Blick auf eher Ungewöhnliches lenken.

Wer Lino Ventura und französische Krimis mag, sollte sich „Tatort Paris“ (1959) von Gilles Grangier nicht entgehen lassen. Dieser kleine, verzwickte Krimi erzählt von einem rauen, aber eigentlich gutherzigen Pariser Zeitungsausträger, welcher einen Selbstmörder aus der Seine rettet. Doch nichts ist so wie es scheint und der ein wenig naive Retter steht schnell unter Mordverdacht, weil der Gerettete auf einmal getötet wird. Aber der Tote ist nicht der Mann, den er gerettet hat. Nicht unspannend erzählt, und Ventura holt als unschuldig Verdächtigter alles aus seiner Rolle raus. Er hat Glück, denn der zuständige Kriminalbeamte vertraut ihm. Schön altmodisch erzählt und gespielt.

Mir geht es wie vermutlich auch Ihnen, ich kannte „Wie ein Panther in der Nacht“, der im Original „Badge 373“ heißt, nicht. Aber das ist durchaus ein Versäumnis. Denn der 1973 entstandene Film mit dem großartigen Robert Duvall in der Hauptrolle erzählt die gleiche Geschichte wie der ungleich berühmtere „French Connection“. Beide beruhen auf wahren Ereignissen und beim „Panther“ ist sogar der Polizist, dessen Geschichte der Film erzählt, als Darsteller des Vorgesetzten der Hauptfigur mit dabei. So gerät das Werk durchaus authentischer. Man hat dem Film nicht zu Unrecht rassistische Tendenzen vorgeworfen. Aber diese sind zum einen zeitbedingt und geben zum anderen der Handlung dadurch auch einen dreckigen Realismus mit, der eigene Qualitäten zu entwickeln vermag. Die Veröffentlichung ist sehr ordentlich geworden.

„Je suis Karl“ ist als Vorpremiere im Moritzhof im Rahmen der Französischen Filmwoche, die in ganz Sachsen-Anhalt stattfindet, zu sehen, bekommt dort aber auch einen regulären Kinostart. Es ist kluges, deutsches Kino, welches sich mit Radikalität und Gewalt auseinandersetzt. Der rechte Verführer ist ein netter Kerl, aber gerade deshalb natürlich nicht ungefährlich. Und eine junge Frau, die durch den gewaltsamen Verlust eines Teils ihrer Familie aus der Bahn geworfen wird, ist dafür nicht unempfänglich.

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