Film verrückt: Tipps von Lars Johansen

In dieser Rubrik möchte ich Filme oder Serien empfehlen, die Sie im Kino oder auf dem Bildschirm zu Hause einmal anschauen sollten. Dabei möchte ich Ihren Blick auf eher Ungewöhnliches lenken.

„Midsommar“, ein Film, den man nur schwer einordnen kann, ist jetzt auf DVD erschienen. Regisseur Ari Aster, der mit „Hereditary“ einen der besten Horrorfilme des vergangenen Jahrzehnts vorlegte, hat hier wieder hervorragende Arbeit geleistet. Aber einen echten Horrorfilm sollte man nicht erwarten. Sehr ruhig erzählt, entfaltet sich ganz langsam eine Geschichte, die in Schweden gedreht wurde und die an den großartigen britischen Film „The Wicker Man“ von 1973 erinnert. Es geht in beiden Fällen um eine Sekte, die Menschenopfer darbietet. Beide Filme spielen im hellen Sonnenlicht in einer wunderschönen sommerlichen Landschaft. Der Schre-cken bei „Midsommar“ stellt sich erst allmählich ein und wird durch einen exzellenten Soundtrack und einer wundervollen Hauptdarstellerin zu einem unerwarteten Höhepunkt getrieben.

Bleiben wir beim phantastischen Kino: „Der Fluch“ ist eine kleine bundesdeutsche Produktion von 1988. Auch hier wird es am Ende Opfer geben. Auch hier ist das Wetter schön, der Tag hell und die (Berg-)Landschaft idyllisch. Aber hier lauert etwas aus der Vergangenheit in der Dunkelheit bzw. im Eis. Und die Dorfbewohner sind nicht besonders hilfreich, denn der ganze Ort hat ein dunkles Geheimnis, das über 100 Jahre in die Vergangenheit zurückreicht. Eine schöne kleine Geistergeschichte um Reinkarnation, die mit guten Schauspielern (in Nebenrollen u.a. Barbara Valentin und Tobias Moretti) und einer klug erzählten Story aufwarten kann.

Ab dem 12. März läuft im Moritzhof ein kleiner, besonderer Film: „Friedrich Hölderlin – Dichter sein. Unbedingt!“, eine Dokumentation über den Mann, dessen 250. Geburtstag wir in diesem Monat feiern. Wenn man Hölderlin nicht lesen mag, dann wird er hier sichtbar und man kann so viel über ihn erfahren, dass man ihn danach dann doch wieder lesen möchte. Seine Verse begleiten mich bis heute und gerade die späten sind in ihrer Verwirrtheit klarer und näher als die meiste Lyrik.