Sonntag, Juli 3, 2022
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Film verrückt: Tipps von Lars Johansen

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In dieser Rubrik möchte ich Filme oder Serien empfehlen, die Sie im Kino oder auf dem Bildschirm zu Hause einmal anschauen sollten. Dabei möchte ich Ihren Blick auf eher Ungewöhnliches lenken.

Frisch auf Blu-ray ist „Die Farbe aus dem All“ erschienen. Das ist die gelungene Verfilmung einer sehr guten kleinen Erzählung des bedeutenden amerikanischen Autors H. P. Lovecraft, der vermutlich einer der wichtigsten und einflussreichsten phantastischen Erzähler des 20. Jahrhunderts ist. Nicolas Cage spielt exzellent in der Hauptrolle des gebeutelten Familienvaters, dessen Farm sich nach dem Einschlag eines Asteroiden langsam in etwas sehr Böses verwandelt. Das ist von Richard Stanley kompetent inszeniert und vermag einen kosmischen Schrecken so zu visualisieren, dass man sich wirklich gruselt. Spätestens wenn sich seine Alpakas in eine amorphe Masse verwandeln und seine Frau und sein jüngster Sohn ineinander verschmelzen und zu etwas werden, das nicht mehr menschlich ist, wird es Zeit, etwas zu unternehmen.

Bei „Underwater“ handelt es sich um einen Science-Fiction-Film, der, wie der Name schon sagt, unter Wasser spielt. In den Hauptrollen sind die immer noch sträflich unterschätzte Kristen Stewart, die hier sehr gelungen die Nachfolge von Sigourney Weavers „Ripley“ aus den „Alien“-Filmen antritt, und Vincent Cassel zu sehen. Eine gigantische Unterwasserstation wird von einem gewaltigen Tentakelmonster angegriffen, welches durchaus an die Monstren vom schon erwähnten Lovecraft denken lässt. Das ist schnell, spannend und inte-ressant erzählt.

Im Kino läuft seit dem 11. Juni im Moritzhof der tschechische Film „Nationalstraße“, der von einem Unternehmen aus Sachsen-Anhalt koproduziert wurde. Und er ist obendrein richtig gut geworden. Es geht um Vandam, der natürlich eigentlich nicht so heißt, aber in einer Prager Plattenbausiedlung wohnt und versucht, sich irgendwie durchzuschlagen. Früher einmal hat er wohl für die Polizei gearbeitet. Er versucht, seine Stammkneipe zu retten, weil er ein wenig in die Wirtin verliebt ist. Und dafür überschreitet er die Grenzen der Legalität. Das ist toll gespielt, behutsam inszeniert und sehr gut geschrieben. Sein Prag sieht aus wie Magdeburg-Nord. Das könnte genau so auch hier oder in Dresden spielen und ist definitiv mehr als einen Blick wert.

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