Film verrückt – Tipps von Lars Johansen

In dieser Rubrik möchte ich Filme oder Serien empfehlen, die Sie im Kino oder auf dem Bildschirm zu Hause einmal anschauen sollten. Dabei möchte ich Ihren Blick auf eher Ungewöhnliches lenken.

„Deep Star Six“ ist ein kleiner Unterwasserhorrorfilm aus den 80ern. Der Regisseur Sean S. Cunningham hat die „Freitag der Dreizehnte“-Reihe erfunden und hier trägt der Böse keine Hockeymaske, sondern es ist ein prähistorisches Ungeheuer, welches die Besatzung einer Unterwasserstation dezimiert. Zugegeben, die stellt sich auch etwas blöde an und macht alles falsch, was man nur falsch machen kann, aber es macht Spaß, sich einen netten altmodischen Film anzusehen, in dem die meisten der Effekte noch handgemacht sind. Das Mediabook ist auch ein Vergnügen.

Das gilt noch mehr für das Mediabook von „Near Dark“ (1987), denn das ist nahezu  perfekt.  Der zweite Spielfilm von Kathryn Bigelow wird immer noch gerne unterschätzt, weil er seinerzeit im Kino kein Erfolg war und gegen „The Lost Boys“ den Kürzeren zog. Beides sind moderne Vampirfilme, aber „Near Dark“ ist eindeutig besser gealtert. Hier wird auf Humor verzichtet, eher wie grimmige Figuren aus einem Spätwestern sind die Figuren unterwegs. Es gibt keinen Glamour, keine Reißzähne, sie können auch nicht fliegen, sondern sind einfach nur stärker als normale Menschen und gezwungen, Blut zu trinken, um zu überleben. Großartige Schauspieler, die der Regisseurin zum Teil von ihrem damaligen Lebensgefährten James Cameron empfohlen worden waren, weil er mit ihnen kurz zuvor in „Aliens“ zusammengearbeitet hatte, liefern eine unbedingt sehenswerte Ensembleleistung. Die Dunkelheit war nie so strahlend wie in dieser Neonhölle.

Ganz Magdeburg ist ja im Januar weltoffen. Im Moritzhof gibt es mit „Jojo Rabbit“ von Taika Waititi dazu den perfekten Film, der am 23.1. startet. Der neuseeländische Regisseur und Drehbuchautor hatte vorher einen der Thor-Filme aus dem Marveluniversum betreut. Hier spielt er sogar selber mit, als Hitler. Dieser ist der imaginäre Freund eines kleinen Jungen, dessen Mutter gegen Ende des zweiten Weltkriegs ein jüdisches Mädchen versteckt. Das zusammen ergibt eine mutige und skurrile Komödie und einen der besten Filme des noch jungen Jahres.

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