Film verrückt von Lars Johansen

In dieser Rubrik möchte ich Filme oder Serien empfehlen, die Sie im Kino oder auf dem Bildschirm zu Hause einmal anschauen sollten. Dabei möchte ich Ihren Blick auf eher Ungewöhnliches lenken. Heute möchte ich einmal mehr in die kleine Schmuddelecke schauen, in der unter allerlei Staub manchmal schöne kleine Perlen lauern. Bei der ersten muss man schon ziemlich lange polieren, aber dann ist es ein wahres Vergnügen. „Bloodmania“ aus dem Jahre 2017 ist das Testament von Herschell Gordon Lewis, der kurz nach Fertigstellung 92-jährig verschied. Lewis ist der Erfinder des modernen Splatterkinos, der mit „Blood Feast“ vor beinahe 60 Jahren das Kino revolutionierte, weil er bisher Ungezeigtes sichtbar machte. Das Körperinnere wurde nach außen gekehrt. Das ist schwer zu ertragen und zugleich ein Vergnügen, denn ganz ernst gemeint ist es nicht. Mit diesem Episodenfilm knüpfte er an seine Tradition an, billig, wild und zeigefreudig.

Roger Cormans „Der Mann mit den Röntgenaugen“ stammt, wie Lewis’ „Blood Feast“, aus dem Jahr 1963, auch er zeigt viel, aber nicht alles. Ray Milland spielt exzellent einen Mann, der Augentropfen erfindet, die ihn alles durchschauen lassen. Anfangs ist das ganz gut und hilfreich, aber irgendwann sieht er sogar, was hinter dem Himmel lauert. Er wird darüber wahnsinnig. Das ist von Ray Milland exzellent gespielt und das neue Mediabook zeigt den viel gesuchten Film in adäquater Qualität. Dieses kleine, ein wenig vergessene Meisterwerk über einen (am Ende) verrückten Wissenschaftler ist unbedingt ansehenswert.

Im Kino startet am 1. Oktober „Die Rückkehr der Wölfe“, eine Schweizer Produktion, die sich dokumentarisch mit einem der großen Themen der letzten Jahre in diesem Land auseinandersetzt. Österreich, die Lausitz, Polen, Bulgarien und Minnesota werden als Beispiele gezeigt, wo sich die Wölfe frei bewegen können. Unaufgeregt wird sich damit beschäftigt, ob und wie ein Zusammenleben möglich ist. Ich sehe das durchaus auch kritisch, aber Hadern hilft nicht weiter, Informationen tun not und dieser Film ist ein wichtiger Beitrag dazu. Man kann ihn im Moritzhof zum Bundesstart erleben.

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