Freitag, September 17, 2021
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Heißer Sommer, coole Moves zu fetten Beats

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Untermalt von einem schnellen Beat hallt der Sprechgesang über die 370 Quadratmeter große Tanzfläche. Wären die Säulen, die den großen Raum säumen, lebendig – der Rhythmus der Musik ginge ihnen durch Mark und Bein. Mittendrin: ein paar Matten. Darauf: Mädchen und Jungen, die dem Beat folgend unterschiedliche Breakdance-Moves üben – vom Downrocking bis hin zu Freezes. Ihre Bewegungen wirken lässig und man sieht ihnen an, dass sie das nicht zum ersten Mal machen.
Nils Klebe, Gründer und Kopf der Breakdance-Crew Da Rookies, Europa- und Weltmeister, ruft den Nachwuchstänzern ein paar Tipps zu, findet lobende Worte, wenn ein Move besonders gut funktioniert hat und motiviert die Kids, wenn es noch ein bisschen Übung braucht. Mit einem Team von insgesamt zwölf Trainern gibt Nils Klebe Tanzkurse in der Movement Dance Academy, die in den großzügigen Räumlichkeiten eines Gebäudes im Zuckerbäckerstil, wo sich Breiter Weg und Ernst-Reuter-Allee treffen, beheimatet ist. Breakdance, Hip-Hop, Streetdance und ClubStyles gehören ebenso zum Portfolio wie Kindertanz und die Standardtänze. Ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene – bis ins Seniorenalter: Alle sind willkommen, sich neue Tanzschritte anzueignen oder bereits erlernte Moves zu festigen. „Wir können für jedes Alter etwas anbieten und auf alle Fähigkeiten aufbauen – vom Anfängerkurs bis zur Masterclass“, erklärt Nils Klebe.

Bevor das Land in eine Corona-Schockstarre verfiel, zählte die Movement Dance Academy circa 500 Mitglieder. Heute, mehrere Lockdowns und Wellen später, sind es nur noch knapp 300. „Alle Tanzschulen hat das gleiche Schicksal ereilt“, sagt der Breakdance-Weltmeister und zuckt resigniert mit den Schultern. „Seit dem Ausbruch der Pandemie haben die meisten deutlich mehr als 100 Mitglieder verloren. Und in Sachen Förderung wurden die Tanzschulen nicht berücksichtigt.“ Wie in vielen Situationen bringe es jedoch nichts, zu jammern. Man müsse handeln, um voranzukommen, ist sich Nils Klebe sicher.

Er kann der vertrackten Lage sogar etwas positives abgewinnen: „Die Inhaber von Tanzschulen haben sich vorher ausschließlich als Konkurrenten gesehen. Was eigentlich Quatsch ist, weil jede Tanzschule einen anderen Schwerpunkt hat. In der Corona-Zeit hat das zum Glück nachgelassen. Wir haben sogar eine Art Verbund initiiert, um uns gegenseitig zu unterstützen.“ Ratschläge geben, einander Mut zusprechen, Hygienekonzepte gemeinsam erarbeiten, Ideen finden, um wieder voranzukommen – darüber habe man sich während der Lockdown-Phasen ausgetauscht.

Jetzt ist es an der Zeit, diese Ideen weiter mit Leben zu füllen. „Natürlich haben wir, als es nicht möglich war vor Ort zu tanzen, Zoom-Kurse angeboten, damit der Spaß an der Bewegung nicht verloren geht. Aber das kann man einfach nicht mit einem richtigen Training, mit einem Kurs, bei dem sich mehrere Menschen mit einem gemeinsamen Ziel treffen, vergleichen“, so Nils Klebe. Auch andere Lösungen wurden angeboten – beispielsweise Zehnerkarten für einen Kurs anstelle des monatlichen Mitgliedsbeitrags, sodass tatsächlich nur gezahlt wird, wenn auch eine Tanzstunde stattfindet. Momentan steht die Movement Dance Academy vor dem Problem, dass die Neuanmeldungen sehr verhalten ausfallen. „Zum einen starten die Sommerferien, zum anderen sind die Menschen verunsichert, weil niemand weiß, was im Herbst passieren und ob es einen weiteren Lockdown geben wird.“

Dennoch soll die Movement Dance Academy in den Sommerferien geöffnet bleiben. 15 Kurse werden derzeit angeboten. Die Zeit, in der nicht so viel los ist, wollen Nils Klebe und sein Team nutzen, um zu renovieren. „Eigentlich wollten wir uns sogar vergrößern und eine Leistungsschule für Tanz aufbauen. Mit den Räumlichkeiten hatten wir unsere Kapazitätsgrenze erreicht. Dann kam Corona und wir waren froh, dass wir diesen Schritt noch nicht gewagt hatten. Das hätte uns in dieser Situation das Genick gebrochen“, schildert der Da-Rookies-Gründer. Dennoch bräuchten die Räume eine kleine Erfrischungskur.

Zudem muss einiges vorbereitet werden: „Am 26. September planen wir eines unserer Highlights – das Movement Dance Theater. Das hat schon Tradition bei uns und ist im Prinzip eine große Show mit unseren Kids, die ihren Familien und Freunden auf der Bühne des Theaters mal zeigen, was sie können.“ Auch einen Tag der offenen Tür soll es im Oktober geben. Und in Kooperation mit anderen Tanzschulen möchte das Team der Movement Dance Academy einen Tag des Tanzes etablieren, an dem Choreografen unterschiedlicher Tanzstile einen Einblick in ihre Arbeit und ihr Können gewähren. „Davon können wir gegenseitig profitieren und unseren Mitgliedern auch einen zusätzlichen Mehrwert bieten“, ist sich Nils Klebe sicher.
Dann bleibt nur eins zu tun: Musik aufdrehen und Beine, Arme, ja den ganzen Körper in Bewegung versetzen. Tina Heinz

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