Herzenssache Gabenzaun in Magdeburg

Mit dem Fahrrad auf den Weg gemacht hat sich Ursula Schmidt. Ihr Ziel: der Gabenzaun in Sudenburg, Halberstädter Straße 140. An der Zufahrt zum Hof des Kulturzentrums Feuerwache wurde vor kurzem dieser besondere Zaun aufgestellt. Hier können Spenden hinterlassen und unkompliziert abgeholt werden. Spenden für Menschen, die es gerade jetzt schwer haben, weil sie wenig oder gar kein Einkommen haben oder vielleicht nicht mal ein Zuhause. Oder die nicht die Möglichkeit haben, Geschäfte abzusuchen nach dem Nötigsten, wie dem in dieser Zeit vielzitierten Toilettenpapier. Hilfseinrichtungen wie die Magdeburger Tafel sind geschlossen, die Fahrten der Lebensmittelrettung des Familienzentrums Emma auf Grund der Corona-Situation eingestellt.
Ursula Schmidt erzählt von einem bewegenden Erlebnis: Sie hatte gesehen, wie jemand Mülltonnen nach Essbarem absuchte. „Ist das nicht furchtbar?“, fragt sie mit entsetztem Blick. Es ist zu spüren, wie nah ihr das Gesehene geht. Gerade für ärmere Menschen gibt es kaum noch Hilfsangebote. Um so mehr gefällt ihr die Initiative der IG Sudenburg, auch in Magdeburg einen Gabenzaun aufzustellen. Bei einer Radfahrt entlang der Halberstädter Straße hat sie diese Spendemöglichkeit entdeckt und sofort stand ihr Entschluss fest: Helfen! Dann ging sie einkaufen.

Mit drei gefüllten Beuteln kehrt die Magdeburgerin zurück und befestigt sie am Gabenzaun. Sie enthalten Kekse und Äpfel, Dosen mit Suppe, Toilettenpapier, Papiertaschentücher. „Es ist eine wunderbare Idee, auf diese Weise Menschen zu helfen, denen es nicht gut geht“, sagt sie.
Der Gabenzaun ist in mehrere Bereiche aufgeteilt, so dass die Spendenbeutel sortiert aufgehängt werden können. Es ist Platz für haltbare Lebensmittel wie abgepacktes Brot, Dauerwurst oder Dosen, Kekse, Kaffee, Tee usw. An anderer Stelle ist Platz für Hygiene-Artikel oder für Tierfutter. Wenn der Inhalt der Tüten von außen nicht erkennbar ist, wird um eine Inhaltsinformation gebeten, damit die Spenden nicht „durchsucht“ werden müssen. Bitte keine angefangenen Packungen oder verderbliche Lebensmittel anbringen, bitten die Organisatoren. So können die Spenden wetter- und zeitunabhängig am Gabenzaun hängen. Der ist täglich zwischen 9 und 19 Uhr zugänglich, in dieser Zeit können Spendentüten angebracht und abgeholt werden. Auch dabei gilt – wie derzeit überall – auf den Mindestabstand von 1,50 Metern zueinander zu achten. Birgit Ahlert

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