HMP: Prüfgeräte made in Sachsen-Anhalt sind weltweit im Einsatz

Tausende Anwender in mehr als 120 Ländern können sich nicht irren. Sie sind die beste Referenz für Qualität aus Sachsen-Anhalt. Egal, wo auf der Welt neue Straßen und Eisenbahntrassen gebaut werden, ist es wahrscheinlich, dass hier Magdeburger Prüftechnik im Einsatz ist. Und diese Geräte gewährleisten, dass die neuen Trassen auf festem Grund stehen. Prüfgeräte für den Tiefbau sind die Hauptprodukte des Familienunternehmens HMP Magdeburger Prüfgerätebau GmbH, das in harter Arbeit in drei Jahrzehnten zum weltweiten Branchenprimus heranwuchs. HMP hat sich auf die Fertigung, die Weiterentwicklung und den weltweiten Vertrieb von Prüfgeräten spezialisiert, die praktisch überall da, wo Erdarbeiten durchgeführt werden und verdichtet wird im Einsatz sind.

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Der Prüfgerätebau hat in Magdeburg eine lange Tradition. Schon zu DDR-Zeiten entwickelte man in einem Betrieb des „Zentrallaboratoriums des Straßenwesens“ in der Rothenseer Straße Prüfgeräte für den Straßenbau. Firmengründer Klaus Hennings, der im damaligen Volkseigenen Betrieb arbeitete und neue Prüfgeräte konstruierte, startete wie viele andere Magdeburger Unternehmer auch mit der Wende ein einzigartiges Kapitel Lebenserfahrung. Nachdem das Staatsgefüge der DDR 1989 ins Wanken kam, musste sich sein Betrieb den neuen ökonomischen Herausforderungen stellen. Die Privatisierung rückte mit zügigen Schritten heran. Per Gesetzblatt vom 8. März 1990 mussten sich alle volkseigenen Betriebe in Kapitalgesellschaften umwandeln. Die Treuhandanstalt, eine Anstalt zur treuhänderischen Verwaltung des DDR-Volkseigentums, wollte den Betrieb – falls sich kein Investor findet –- „abwickeln“. Hennings erwarb das Unternehmen, finanziert mit Familienkapital. Statt einem neuen Auto setzen er und Ehefrau Christine alles auf eine Karte. Dem „Jungunternehmer“ gelang es, die Firma durch die Kapriolen der Nachwendezeit zu manövrieren. Mit fünf Mitarbeitern begann vor drei Jahrzehnten somit die Erfolgsgeschichte der HMP Magdeburger Prüfgerätebau GmbH.

Die kleine Firma platzte bald aus allen Nähten. 1997 investierte das Unternehmen einen Millionenbetrag in den Bau neuer Geschäfts- und Produktionsräume im Gewerbegebiet Rothensee. „Ein Unternehmer soll unternehmen, nicht jammern!“ Getreu diesem Motto entstand 2007 eine weitere Produktionshalle mit angeschlossenem Bürokomplex. Richtungsweisend für den Fortbestand des Unternehmens holte sich Firmengründer Klaus Hennings neben seiner Frau Christine auch seinen Sohn Gunnar und dessen Ehefrau Skadi an Bord, um den Fortbestand über künftige Generationen zu gewährleisten. Parallel dazu wuchs das Team, neue Mitarbeiter kamen hinzu.

„Mit eigener Forschung und der Entwicklung neuer, qualitativ hochwertiger Produkte hat sich das Unternehmen seinen Platz am Markt erkämpft“, erinnert sich Hennings Senior, der heute noch im Unternehmen stundenweise in beratender Funktion zu finden ist. Die Geschäfte hat er längst seinem Sohn Gunnar übertragen, der Mitte der 1990er Jahre nach seinem Studium ins Unternehmen der Eltern einstieg. Die eigene Produktion ist heute das beste Fundament. Sie steht für die Realisierung von Qualität und Service auf hohem Niveau. Die firmeninterne Forschungs- und Entwicklungsabteilung garantiert die ständige Neu- und Weiterentwicklung der Prüfgeräte. Die Messtechnik wird ständig überdacht, an den Produkten gefeilt und die Software ständig aktualisiert. Befeuert wird der Erfindergeist durch Kooperationen mit Forschungseinrichtungen und Universitäten in mehreren Ländern. So zum Beispiel mit dem Fraunhofer-Institut, der Fachhochschule Magdeburg-Stendal oder einer Universität in Chile. Eine fruchtbare Kooperation, die auch heute noch gepflegt wird.

Das in Magdeburg bei HMP produzierte Leichte Fallgewichtsgerät HMP LFG findet großen Zuspruch. Gebraucht werden die Geräte praktisch überall, wo Erdarbeiten durchgeführt und verdichtet werden. Damit misst man die Tragfähigkeit und die Verdichtung von Böden, um sicher zu gehen, dass die Straße am Ende tatsächlich die notwendige Tragfähigkeit besitzt. Oder um es mit dem Senior Klaus Hennings zu sagen: „Wer bauen will, muss prüfen.“ Von der Bundesanstalt für Straßenwesen wurde die HMP GmbH als Kalibrierstelle für das Leichte Fallgewichtsgerät zertifiziert. Bundesweit betreuen zahlreiche Vertriebspartner die Kunden vor Ort. Mit über 3.000 Spezialprodukten im Sortiment ist die HMP GmbH ein kompetenter Partner für Ingenieurbüros, Baubetriebe, Universitäten, Hochschulen und Labore – Prüfgeräte aus dem Hause HMP stehen für höchste Qualität Made in Sachsen-Anhalt. Auch international sind die vom Unternehmen entwickelten und produzierten Messgeräte gefragt. Die Nachfrage nach den Prüfgeräten aus Magdeburg ist stetig gewachsen, und das in aller Welt. „Über 11.000 unserer Prüfgeräte sind weltweit im Einsatz. In vielen Ländern arbeiten wir schon seit Jahrzehnten vertrauensvoll mit festen Partnern zusammen”, so Firmenchef Gunnar Hennings. Über Servicepartner sollen künftig auf allen Kontinenten Kalibrier- und Servicestützpunkte entstehen, um auch dort den Anwendern einen hochwertigen Service zu gewährleisten und die Produkte „made in Saxony-Anhalt” weiter zu etablieren.. Derzeit laufen Vorbereitungen, in Australien beginnen noch in diesem Jahr die ersten Schulungen und Unterweisungen.

Heute fertigen 21 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die innovativen Messgeräte und kümmern sich um den Service. Die Investition in die betriebliche Infrastruktur ist ein Garant, denn nur mit gut ausgebildeten Mitarbeitern, modernen Arbeitsplätzen und innovativen Produkten kann sich das Unternehmen neue Absatzmärkte erkämpfen. Nachdem die Kapzitäten 2007 bereits verdoppelt wurden, wird es schon wieder eng. Ein Erweiterungsbau ist dringend notwendig, aber die bürokratischen Hürden sehr anstrengend und investitionsbehindernd. Das Unternehmen hofft, auch diese Herausforderung zu meistern und den Anbau zeitnah nutzen zu können. Mit einer Präsenz des Unternehmens im Internet und auf Messen wie der BAUMA sowie mit der Kontaktpflege zu ausländischen Vertriebspartnern konnte das Exportvolumen stetig wachsen. Viele Reisen in fernöstliche Märkte brachten neue Abnehmer. Mittlerweile sind die Prüfgeräte vorgeschriebene Standards bei Behörden in China und anderen Staaten.

Stillstand? Keine Spur. Ständig kommen neue Anfragen, gehen Produkte auf Reisen. All das läuft in der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend „unter dem Radar“, wie Gunnar Hennings schmunzelnd mitteilt. Er setzt auf Bescheidenheit und unterstützt mit gegebenen Möglichkeiten Projekte und Vereine in der Region. Wichtig für die Chefetage ist auch der Zusammenhalt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Regelmäßig treffen sich die HMP-ler zu Events und festigen den Teamgeist. Und auch die nächste Generation im Hause Hennings steht in den Startlöchern, um den Fortbestand des Unternehmens zu gewährleisten. Sohn Bennet schnuppert schon mal bei der Schülerarbeit in die Produktion und den Vertrieb. Tochter Josefine nimmt nach erfolgtem Abitur in diesem Jahr ein Studium in Magdeburg auf, um das Rüstzeug für fundamentierte betriebswirtschaftliche Abläufe zu erlernen. Berufsorientierend hatte sie ihr Betriebspraktikum in der Firma absolviert und das Expertenteam auf der größten internationalen Baumesse bauma2019 verstärkt. Sie spricht fließend Englisch, Französisch und Spanisch und nahm die Gelegenheit wahr, Partner und Kunden der HMP GmbH aus über 50 Nationen kennenzulernen.
Ronald Floum

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