Donnerstag, Juni 30, 2022
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Im Namen und zum Schutz der Kunst

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Die Kunst gehört zu den ersten Opfern des Krieges, sagt Fedir Aleksandrovich. Der ukrainische Künstler ist derzeit in Magdeburg zu Gast und sorgte bereits mit zwei Aktionen für Aufsehen. Für alle sichtbar ist im Stadtzentrum das veränderte Aussehen des Denkmals um die Rettungstat des Hauptmanns Igor Belikow. In einer gemeinsamen Aktion mit dem Theater Magdeburg wurde es mit Sandsäcken versehen, um auf den Schutz ukrainischer Kulturgüter gegen die Bomben- und Munitionseinschläge in den umkämpften Gebieten in der Ukraine hinzuweisen. Ein Zeichen der Verbundenheit und Solidarität mit den ukrainichen Künstlern, sagt Fedir Aleksandrovich, der u. a. im Theater von Belikows Geburtsstadt Charkiw tätig war. In Magdeburg ist Belikow als sowjetischer Soldat bekannt, gebürtig ist er jedoch in der Ukraine.

Fedir Aleksandrovich wurde 1982 in Kiev geboren und studierte an der dortigen Akademie der Bildenden Künste und Architektur Bühnenbild und szenische Künste. Von 2011 bis 2019 hatte er dort einen Lehrauftrag für Bühnenbildkomposition und unterrichtet außerdem am Kiever Polytechnischen Institut Film- und Theatergeschichte. Er arbeitet als freier Künstler, Kurator, Filmschaffender und Bühnenbildner. Einzelausstellungen von ihm wurden u. a. in der Tadzio Galerie in Kiev, dem Kiever Institut für Zeitgenössische Kunst, der Kalnas Galerie in Vilnius, sowie der San Francisco Live Worms Gallery gezeigt. Seine Werke wurden im Rahmen von Ausstellungen der Biennale Venedig, der Kiev Art Week, sowie bei einer Ausstellung ukrainischer Künstler in Jordanien vorgestellt.

Fedir Aleksandrovich ist nicht zum ersten Mal in Magdeburg. Bereits im Jahr 2016 hat er als Bühnenbildner bei der Produktion „Der Wij“ im Rahmen des Festivals „Wilder Osten. Ereignis Ukraine“ mitgewirkt. Seine Bühnenbilder führten in fast alle ukrainischen Städte und der Dokumentarfilm „The Russian Woodpecker“, der Fedir bei seiner Recherche zum Unglück von Tschenobyl begleitet, wurde 2015 mit dem Grand Jury Prize des Sundance Festivals ausgezeichnet. Seit 2019 ist er Direktor der Kiever Tadzio Galerie.

In Magdeburg erarbeitete er eine Hommage an die ukrainische Volkskünstlerin Maria Prymachenko, deren Werke beim Angriff der russischen Armee auf die Stadt Ivankiv zum Teil zerstört wurden und in Flammen aufgingen. Ihrem naiven Malstil nachempfunden wurden von ihm einige Bilder erschaffen, die im Foyer des Schauspielhauses zu sehen sind. Die Ausstellung war vor der Premiere „Solo Sunny“ eröffnet worden. (ab)

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