Immobilien-Ratgeber: Den passenden Käufer wählen

Wer ein Haus verkauft, hat schnell eine Traube Kaufinteressenten vor der Tür stehen. Welche Interessenten meinen es wirklich ernst und können sich Ihre Immobilie leisten? Wir zeigen, wie Sie bei der Auswahl vorgehen sollten. Nicht jeder Interessent, ist wirklich am Kauf interessiert. Um einen Besichtigungstourismus zu vermeiden, ist es wichtig, eine Vorauswahl zu treffen. Vollständige Kontaktdaten sollten daher vorliegen. Es bietet sich an, Kaufinteressenten einen Fragebogen ausfüllen zu lassen, in dem sie bereits erste Angaben zu einziehenden Personen, Preisvorstellungen und Finanzierungsmöglichkeiten beantworten. Wer hier nur vage Angaben macht und am liebsten anonym bleiben möchte, ist höchstwahrscheinlich kein ernstzunehmender Kaufinteressent.

Später ist es wichtig zu wissen, ob sich ein Interessent die Immobilie tatsächlich leisten kann. Um die Bonität zu prüfen, können Sie Wirtschaftsauskunfteien wie die Schufa Holding AG nutzen. Als Privatverkäufer ist es jedoch schwierig, an diese Auskünfte heranzukommen. Die Kaufinteressenten sollten Ihnen also eine Selbstauskunft vorlegen. Es bietet sich ebenso an, sich beispielsweise Konto- und Depotauszüge vorlegen zu lassen. Am besten ist natürlich eine Finanzierungszusage einer Bank. Achten Sie dabei unbedingt darauf, dass der Kredit spezifisch für den Kauf Ihrer Immobilie bewilligt wurde. So gehen Sie sicher, dass der Interessent damit nicht am Ende ein anderes Objekt abzahlt.

Wenn am Ende noch immer zwei oder mehrere zahlungsfähige Kaufinteressenten im Rennen sind, könnten Sie das „First-Come-First-Serve“-Prinzip wählen. Wer als Erster mit einem abgesicherten Kaufangebot kommt, erhält den Zuschlag. Ein Sympathie-Bonus kann Ihnen genauso wenig zur Last gelegt werden wie eine Los-Entscheidung. Sie können Ihre Wahl auch da-von abhängig machen, wie gut die neuen Bewohner in die Nachbarschaft passen. Beim Verkauf einer Wohnung im Mehrfamilienhaus ist es oft üblich, dass die Eigentümergemeinschaft den Käufer vorher absegnen muss. Vorsichtig sollten Sie bei zusätzlichen Zahlungen sein. Zwar ist es legitim, an den Meistbietenden zu verkaufen, allerdings dürfen Sie keine Zusatzzahlungen entgegennehmen, die nicht im Kaufvertrag aufgeführt werden. Sonst gibt es schnell Probleme mit dem Finanzamt. |Josefine Ullmann

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