Mittwoch, September 28, 2022
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Immobilien-Ratgeber: Josefine Ullmann mit “Ab ins Grüne”

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Am Wochenende oder nach dem Feierabend raus ins Grüne, in der Natur entspannen, eventuell den Grill anheizen, sich ein kühles Bierchen gönnen und noch ein paar frisch geerntete Kräuter, Erdbeeren oder Tomaten schnappen … Das klingt verführerisch, oder? Doch nicht jede und jeder hat die Möglichkeit, sich zu Hause auf dem Balkon oder im Garten eine grüne Oase zu erschaffen. Wer sich jedoch wirklich nach einem kleinen, persönlichen Naturidyll sehnt, hat mit dem Schrebergarten gute Chancen, sich diesen Traum zu erfüllen.
Während vor einigen Jahren Schrebergärten als spießig galten, hat sich das Bild vom Laubenpieper und seinen Gartenzwergen inzwischen gewandelt. Grüne Oasen im urbanen Raum liegen im Trend – und das nicht erst seit dem Beginn der Corona-Pandemie. Nach Angaben von Statista zählte der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde im vergangenen Jahr bundesweit 891.000 Kleingärten. An erster Stelle liegt Berlin mit circa 66.000 Kleingärten, gefolgt von Hamburg (36.000) und Leipzig (32.000). Nicht nur bei älteren Menschen ist diese Form der Grünanlage beliebt, auch Jüngere träumen vom Gartenidyll. Laut einer Erhebung von Statista und YouGov ist der Anteil derjenigen, die sich vorstellen können einen Kleingarten zu betreuen, bei den 18- bis 24-Jährigen mit Abstand am höchsten.
Auch wer darüber nachdenkt, in ein Haus samt Grünanlage zu investieren, hat mit dem Schrebergarten eine passende Option, um vor dem Kauf zu testen, wie grün der Daumen tatsächlich ist, und zu merken, wieviel Arbeit ein Garten mit sich bringt. Umgekehrt bietet ein Kleingarten für Menschen, die ihr Haus verkauft haben, ebenfalls eine gute Gelegenheit, nicht auf alle Annehmlichkeiten eines größeren Grundstücks verzichten zu müssen. Mit einem kleinen, gepachteten Garten bewahrt man sich die Oase, ist jedoch flexibel und kann ihn wieder abgeben, wenn aus Alters- und Gesundheitsgründen die Arbeit im Grünen nicht mehr möglich ist.

Die Voraussetzung für die Nutzung eines Kleingartens ist die Mitgliedschaft in einem Verein – nur so kann die Parzelle gepachtet werden. Bei der Wahl der entsprechenden Gartenkolonie sollte darauf geachtet werden, was in der Vereinssatzung steht. Sie regelt, wieviel Einsatz die Nutzerinnen und Nutzer zeigen müssen, welche Aufgaben sie erwarten. Auch das Bundeskleingartengesetz setzt gewisse Vorgaben: So muss ein Drittel der Fläche für Obst und Gemüseanbau genutzt werden; lediglich Rasen anlegen, einen Spielplatz und einen Pool bauen, ist nicht erlaubt. Wenn das Drittel an Fläche dem vorgeschriebenen Anbau gewidmet wird, können die restlichen zwei Drittel für Gartenhaus und Freizeitmöglichkeiten wie Spielplatz, Pool oder Trampolin verwendet werden.

Auch für das Gartenhaus in einem Schrebergarten sieht das Bundeskleingartengesetz bestimmte Regeln vor. Die Grundfläche darf beispielsweise eine Größe von 24 Quadratmetern nicht überschreiten. Dauerhaft im Gartenhaus wohnen ist nicht erlaubt, übernachten am Wochenende wird häufig geduldet, Heizung und SAT-Schüsseln sind üblicherweise verboten – aber auch hier kann es von Verein zu Verein unterschiedliche Besonderheiten geben.
Nicht zu unterschätzen ist zudem die Arbeit, die in den Garten investiert werden muss, selbst wenn er gut gepflegt ist. Vor allem in der warmen Jahreszeit sind pflanzen, gießen, schneiden, ernten angesagt. Hinzu kommen Arbeitsstunden, die – wie in der jeweiligen Vereinssatzung festgelegt – an der Gemeinschaftsanlage zu leisten sind, wie etwa die Pflege der Gemeinschaftswege oder die Organisation von Feiern. Aber egal, welche Anforderungen erfüllt werden müssen: Schrebergärten sind für Jung und Alt eine gute, flexible Alternative. Gerade für diejenigen, die in einer Wohnung leben und so die Möglichkeit haben, ihr grünes Idyll zu genießen.

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