Immobilien-Ratgeber: Neuregelungen im Maklerrecht

Ende 2020 trat ein neues Maklergesetz in Kraft. Das regelt die Provisionsverteilung beim Immobilienverkauf neu. Es gibt jetzt drei Vergütungsvarianten mit dem Ziel, Immobilienkäufer finanziell zu entlasten. Wer künftig ein Haus oder eine Wohnung kauft, muss höchstens die Hälfte der Maklerkosten bezahlen. Mindestens die Hälfte der Provision entfällt auf denjenigen, der den Makler bestellt – in der Regel auf den Verkäufer. Wird ein Makler einvernehmlich von beiden Vertragspartnern beauftragt, müssen diese jeweils die Hälfte der Kosten tragen. Auch eine reine Verkäuferprovision (Innenprovision) ist möglich.

Maklerprovisionen für die Vermietung von Objekten sind vom Gesetz nicht betroffen. Bei Wohnungs- bzw. Gewerberaumvermittlungen zur Miete wird nach wie vor nach dem Bestellerprinzip gehandelt – die Kosten trägt derjenige, der den Makler beauftragt; üblicherweise der Vermieter.
Die Änderungen im Maklerrecht zielen darauf ab, die Vermittlung von Kaufverträgen transparent und rechtssicher zu machen.

Das neue Maklergesetz sieht drei Varianten der Provisionsvereinbarung vor:

Variante 1 – Doppelmakler (§656c BGB n. F.): Der Immobilienmakler schließt beim Wohnungs- oder Hausverkauf je einen Vertrag mit Käufer und Verkäufer ab. Es wird eine Doppelprovision vereinbart. Käufer und Verkäufer tragen die Maklercourtage zu jeweils 50 Prozent.

Variante 2 – Einseitige Interessenvertretung mit Abwälzung der Provision (§656d BGB n. F.): Bei der sogenannten Abwälzung schließt lediglich eine Partei – meist der Verkäufer – einen Maklervertrag ab und verpflichtet sich zur vollen Übernahme der Provision. Erst im Nachhinein verlangt er einen Teil der Kosten von der anderen Partei zurück. Die weitergereichten Kosten dürfen hierbei maximal 50 Prozent der insgesamt zu zahlenden Courtage ausmachen.

Variante 3 – Einseitige Interessenvertretung ohne Abwälzung der Provision (§652 BGB): Hierbei übernimmt nur eine Partei die volle Maklerprovision. Denn das neue Gesetz verpflichtet nicht zur Doppelprovision. Makler und Verkäufer vereinbaren eine reine Innenprovision. Hierbei zahlt also der Verkäufer die Courtage gänzlich. Auch eine reine Außenprovision ist möglich, wenn der Käufer einen provisionspflichtigen Suchauftrag erteilt und der Makler zu diesem Zeitpunkt die Immobilie noch nicht akquiriert bzw. an der Hand hatte.

Beim Verkauf von Immobilien bevorzugen wir bei Elb Estate die einseitige Vereinbarung mit dem Verkäufer. Nicht nur, weil wir bereits seit mehreren Jahren ausschließlich mit Innenprovision arbeiten, sondern weil wir auch von den Vorteilen des Bestellerprinzips überzeugt sind. Als Makler erbringen wir unsere Leis-tung für den Verkäufer. Damit vertreten wir nicht nur die Interessen desjenigen, der uns beauftragt hat. Wir können für ihn auch das bestmögliche Ergebnis erzielen, was aus unserer Sicht fair ist. Fair ist auch, dass unser Preis genau die Leistung widerspiegelt, die der Kunde erhält.
Zudem wird unsere Provisionszahlung erst mit Zahlung des Kaufpreises fällig. Das heißt, der Verkäufer bekommt die Rechnung, wenn der Kaufpreis auf seinem Konto eingegangen ist. Somit zahlt er bei vollständiger Erfüllung der Leistung – ohne in Vorleistung gehen zu müssen, ohne Risiko. Auch aus Käufersicht ist diese Regelung attraktiv, vor allem, wenn nur wenig Eigenkapital vorhanden ist. Die Innenprovision schont das Budget des Käufers und sorgt für eine bessere Finanzierbarkeit bei Banken. Diese fordern oft, dass die Erwerbsnebenkosten (darunter die Maklercourtage) aus eigenen Mitteln finanziert werden. | Josefine Ullmann