Samstag, Oktober 16, 2021
Anzeige

Immobilien-Ratgeber: Wohin geht die Preis-Reise?

Anzeige

Folge uns

Seit Jahren klettern die Immobilienpreise in Deutschland nach oben und der Gipfel ist noch nicht in Sicht. Laut der Sparda-Bank-Studie „Wohnen in Deutschland 2021“, die in Kooperation mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW), dessen Beratungstochter (IW Consult) sowie dem Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) entstand, sind die Immobilienpreise zwischen 2005 und 2020 durchschnittlich um 75,3 Prozent gestiegen. Lässt man die sieben größten Städte Köln, Berlin, Düsseldorf, Stuttgart, Frankfurt/Main, München und Hamburg außen vor, beträgt der Preisanstieg immerhin 63,1 Prozent. Dabei sollte beachtet werden, dass nur in 26 Prozent der Regionen die Preise seit 2005 überdurchschnittlich stark gestiegen sind – soll heißen: wenige Regionen treiben die durchschnittlichen Preise erheblich in die Höhe. Als Beispiel: Die geringste Teuerungsrate hatten Eigenheime im Kyffhäuserkreis mit einer Steigerung von 3,8 Prozent zwischen 2005 und 2020, in Berlin hingegen liegt der Wert für denselben Zeitraum bei einem Plus von 165,7 Prozent.

Die Studie beschäftigt sich ebenfalls mit den Eigenheim-Quadratmeterpreisen. Im Bundesdurchschnitt werden 2.700 Euro pro Quadratmeter fällig. Auch dabei steht der Kyffhäuserkreis mit durchschnittlich 880 Euro je Quadratmeter am Tabellenende. Am teuersten hingegen sind Eigenheime mit 8.301 Euro im Landkreis München. Zu den zehn teuersten Regionen gehören sieben Landkreise im Großraum München. Und die Studie zeigt zudem, dass in den Städten die Quadratmeterpreise mit rund 3.400 Euro fast 50 Prozent höher als auf dem Land (etwa 2.300 Euro) sind.

Im Zuge der Corona-Krise hat sich an der Preisentwicklung nichts geändert. Immobilien sind die beliebteste Wertanlage der Deutschen – laut Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov. Das Angebot ist dementsprechend knapp. Und da Angebot und Nachfrage den Preis regulieren, schießt dieser kontinuierlich in die Höhe. Dennoch wirken sich die Pandemie-Maßnahmen auf die Branche aus. Bei weiterhin niedrigen Zinsen steigen die Baupreise seit Jahresbeginn massiv, wodurch die Nachfrage nach Bestandsimmobilien ebenfalls gestiegen ist.

Bei der Wertermittlung für die Kreditvergabe orientieren sich die Banken jedoch nicht am Markt-, sondern am Sachwert. Dadurch entstehen bei der Finanzierung größere Lücken, die durch Eigenkapital geschlossen werden müssen. Für viele Menschen platzt somit leider der Traum vom Eigenheim. Laut einer Analyse des Berliner Forschungsinstituts Empirica ist der Anteil der Deutschen, die in selbstgenutztem Wohneigentum leben, 2018 zum ersten Mal seit 1993 wieder gesunken. 42 Prozent der Bürgerinnen und Bürger leben in den eigenen vier Wänden. In dieser Hinsicht belegt Deutschland im Vergleich mit anderen europäischen Ländern einen der hintersten Ränge. Vor allem Jüngere sind von dieser Entwicklung betroffen, da sie bei stetig steigenden Immobilienpreisen das nötige Eigenkapital für den Haus- oder Wohnungskauf nicht aufbringen können.

Schnäppchen lassen sich auf dem Markt derzeit nicht finden. Und daran wird sich in nächster Zeit nicht viel ändern. Die Preise werden auch künftig steigen bzw. sich auf einem stabilen Niveau einpegeln. Mit einem Platzen der Immobilienblase ist vorerst nicht zu rechnen. Zum einen, weil die handwerklichen Dienstleistungen begehrt und aufgrund des mangelnden Nachwuchses in der Branche knapp sind. Zum anderen, weil die Zinsen so günstig sind, dass viele „Häuslebauer“ bzw. Käufer die Zinsen auf 20 bis 25 Jahre festschreiben und somit der gefährliche Zinssprung, der bei einer Anschlussfinanzierung droht, vollkommen abgesichert ist.

WEITERE
Anzeige
Magdeburg
Bedeckt
12.1 ° C
12.9 °
11.3 °
72 %
1.3kmh
91 %
Sa
12 °
So
11 °
Mo
14 °
Di
16 °
Mi
19 °

E-Paper