Machdeburjer Kodderschnauze: Da bleibt dich die Spucke wech …

Juten Tach Kinnings,
in Machdeburch wird jebaut als jäb’s morjen keene Steine mehr. Lutze buddelt seit jefühlt zehn Joahre an seinem Tunnel rumher, übbers „Blaue Band“ tut sich schon balle een Stahlkoloss lejen und die Kollejen von Strom, Jas und Wasser sitzen uff jepackte Koffer für’n Umzuch in „Blauen Bock“, der jetze schneeweiß ist. Und das sind nur die kleenen Baustellen. Die Baujijanten dieser Welt ham unser kleenes Machdeburch entdeckt, um hier janz jroß rauszuklotzen. Leipzijer wolln in Stadtfeld das jrößte Hochhaus westlich vom Dombau hinkrachen. Und Thommy Fischbeck ist mit seine „Muntere Wohn-Gemeinschaft“ balle janz ohm anjekommen. Dauert nich mehr lange, denn jeht der mit seine Luise inner 20. Etaje Sektchen schlürfen. Das ist denn der jrößte Klotz östlich von Lutzes Tunnel. Und erst die villen Zujetreckten. Der Kleene aus Niejripp will am Prämonstratenserberch olle Fassaden willer beleben, Wessi-Weiler will mit vier Klötzern am Scharnhorst-Kavalier den janzen Elbbahnhof beschatten und – ich kanns jar nicht jllooben – selbst im ollen Neustädter Bahnhof sollen balle Maurer, Zimmermänner und Maler was zu tun kriejen. Janz abjesehen von die villen neuen Eijenheimsiedlungen in Olvenstedt, Otterslehm, Lemsdorf oder Diesdorf. Da bleibt dich die Spucke wech, in welchem Affenzahn die Investoren uff die Ratte sind. Und das, obwohl die Baupreise abjehn wie’n Zäpfchen: Holz kost 75 Prozent mehr als Anfang des Joahres, Dämmstoff 50 Prozent und Stahl 25. Ist den Leutchen ejal – jeder, der bisschen was uff Tasche hat, der schettert in Machdeburch seine Sparjroschen aus. Das hat aber eenen Jrund: Und der heeßt Lutze. Jenau. Nachdem der Wankelmütije widder een Ziel vor Ooren hat („Was soll ich in Coronazeiten jelangweilt zu Hause hocken, da rejiere ich doch noch een Joahr durch“), jeht een Ruck durch die Baubrüder. Denn die wissen: Uff’n Lutze kannste dir verlassen, der passt wie’n Schießhund uff, dass Jutes hierbleibt und Schlechtes Leine zieht. Impfstoff zum Beispiel. Was eenmal hier ist, kriejen ooch nur die von hier. Da kann die Benne noch so Jrimm(ich) gucken.
Ist doch ooch kloar wie Kloßbriehe: Unsere Pulletessen will bei ihre jierije Jachd nach Hundehalter ohne Steuermarke ja ooch keener in Irxleben oder Biederitz sehen. Denn brauchen die ooch nicht unser Astra. Da ist der Hase vom Domplatz janz andres Kaliber. Der meckert den janzen Tach die Merkel wejen die ihrm „Tiefpunkt förderaler Kultur“ aus, nickt am Ende aber doch. Denn doch libber kloare Ansaren in eener Stadt, wo man als Kavalier sehr jern ooch mit Abstand bauen kann.