Magdeburg hat eindeutig die Nase vorn

Herr Horvath, das Altstadt-Quartier nimmt nun Gestalt an. Wann wird das Vorhaben fertig gestellt sein?

Rollandy Horvath: Der 3. Bauabschnitt geht dem Ende entgegen. Das Hotel „ibis Styles“ ist schon geöffnet. Am 31. Juli erfolgt die Übergabe der Wohnungen in der Max-Otten-Straße. Im Oktober ist das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) fertig und ab November werden die ersten Praxen eröffnen. Für den 4. Bauabschnitt, das ehemalige Bettenhaus sind wir noch in der Ideenfindung. Vielleicht können wir dort eine sogenannte „Junge Pflege“ unterbringen, also eine Einrichtung für pfegebedürftige Menschen, die vom Alter her nicht in die Seniorenpflege gehören.

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Arbeiten Sie und Ihr Team gleichzeitig an den Planungen für die Neubebauung der Ostseite des Universitätsplatzes?

Selbstverständlich. Wir führen derzeit Gespräche mit den Städtischen Werken für die Anschlussplanungen für Wasser, Abwasser, Strom und Fernwärme. Wahrscheinlich können Ende des Jahres, Anfang 2021 die ersten baulichen Aktivitäten zu sehen sein. Ich denke, im Dezember können wir das Vorhaben der Öffentlichkeit präsentieren. Auf jeden Fall wollen wir die Magdeburger über das Projekt in allen Details informieren. Schließlich ist die Aufmerksamkeit schon im Vorfeld groß gewesen.

Ein MVZ im Altstadt-Quartier, die Speicher im Wissenschaftshafen, die Uni-Arkaden direkt gegenüber des Unicampus. Sie setzen offenbar auf die Kraft der Wissenschaft.

Die Zukunft keimt dort, wo geforscht und entwickelt wird. Und Zukunft heißt für mich, dass wirklich neue Dinge entstehen. Mit welchen wirtschaftlichen Entwicklungen das einhergeht, kann man nicht voraussagen. Wenn man keine Potenziale vorhält – worauf sollte sich dann etwas entwickeln. Magdeburg muss keine Standortentwicklung kopieren, die es weltweit schon gibt. Ein zweites Silicon Valley wird es nicht geben. Hier gibt es hervorragende Ingenieurskompetenz für technische Verfahren und Materialen. Die verzahnen wir jetzt viel enger mit medizinischer Forschung. Wenn da eine zündende Idee herauskommt, werden die großen Produzenten nach Magdeburg schauen.

Sie sind als Magdeburger Unternehmen auch in Potsdam aktiv. Bewegen Sie da ähnlich große Vorhaben?

Wir haben dort gerade 420 Wohnungen fertiggestellt und planen weitere 500 bis 600 neue Wohnungen.

Potsdam boomt und profitiert von Berlin.

Sicher. Doch die Genehmigungsverfahren dauern viel länger als in Magdeburg. Und die Stadt ist mit ihrer Infrastruktur dem Zustrom nicht gewachsen. Magdeburg hat bessere Voraussetzungen. Die Stadt ist schon für über 300.000 Bewohner angelegt. Bei Lebensqualität und Entwicklungsmöglichkeiten hat Magdeburg eindeutig die Nase vorn. Nach Potsdam drängen jährlich rund 5.000 Menschen. Darunter kollabiert die Infrastruktur. Deshalb macht es in Magdeburg viel mehr Spaß, Projekte umzusetzen, die mit Wirtschafts- und Wissensentwicklung zu tun haben.
Fragen: Thomas Wischnewski

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