Magdeburger Gesichter: 25 Jahre Freimaurer

Karl Wilhelm Bonsac wurde als Nachkomme hugenottischer Flüchtlinge am 16. September 1791 in Aken geboren. Sein Vater Chris-tian Friedrich Bonsac war Konsistorialrat und Prediger in der Kleinstadt Aken an der Elbe. Der Sohn schlug die militärische Laufbahn ein. 1808 trat er in westfälische Dienste, wurde 1810 Unterleutnant und stieg zwei Jahre später zum Kapitän auf. Nach dem Untergang des Königreichs Westfalen und der damit verbundenen Auflösung der Armee wechselte Bonsac in den preußischen Dienst. In der preußischen Armee diente er über vier Jahrzehnte in verschiedenen Infanterie-Regimentern und in den letzten Jahren als Regimentskommandeur. Für seinen Einsatz beim Militär erlangte Bonsac aufsteigende Dienstgrade, bevor er mit der Ernennung des Ehrentitels Generalmajor am 15. April 1851 in Pension ging.

Bonsac heiratete 1828 in Magdeburg Karoline Emma Voigtel, die Tochter des Medizinalrates Friedrich Wilhelm Voigtel. Sie hatten einen Sohn – Friedrich Wilhelm Carl Heinrich. 1845 ist er als Oberstleutnant, Kommandeur des Füselier-Bataillons 26. Infanterieregiment, wohnhaft am Domplatz 8, in das Magdeburger Adressbuch eingetragen.

Für die Belange der Stadt Magdeburg setzte sich Karl Wilhelm Bonsac 25 Jahre als Freimaurer ein. Der Porträtierte gehörte seit 1839 der Freimaurerloge Ferdinand zur Glückseligkeit Magdeburg an, in der er 1852 zunächst den 2. Hammer übernahm. Ein Jahr später wurde ihm die Leitung der Loge übertragen. Das Gemälde war ein Auftrag der Logenbrüder an den Magdeburger Künstler Edmund Wodick, ebenfalls ein Mitglied der Freimaurer, zum zwanzigjährigen Jubiläum der Mitgliedschaft des Bruders Bonsac. Am 3. Januar 1861 wurde dieser Anlass festlich in der Loge begangen und das Gemälde im Saal im Gebäude der Magdeburger Loge in der Weitlingstraße platziert. Wodick stellt den Generalmajor a. D. in militärischer Paradeuniform mit all seinen Orden und Auszeichnungen dar. Unter anderem wurde Bonsac, der 1864 in Magdeburg verstarb, der Rote Adlerorden III. Klasse mit Schleife verliehen, der zweithöchste Orden, den es im preußischen Staat als Auszeichnung gab. Sabine Liebscher

Das Kulturhistorische Museum Magdeburg erinnert bis 11. April 2021 an Magdeburger Gesichter des 19. Jahrhunderts. Wegen der Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus’ kann die Sonderausstellung derzeit nicht besucht werden. Weitere Informationen gibt es unter: www.khm-magdeburg.de