Sonntag, Juli 3, 2022
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Manuel Richter: Musik bringt Gedanken zum Schwingen

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Schon als Kind trieb es Manuel Richter zur Musik. Er stöberte durch die Plattensammlung seines Großvaters, lernte sämtliche Texte und sang sie immerfort. Er entdeckte die Gitarre für sich, später kamen Klavier, Schlagzeug und Bass dazu. Er spielte in verschiedenen Bands und machte sich schließlich als Solokünstler einen Namen. Jetzt feiert er 20-jähriges Bühnenjubiläum.

Zwei Jahrzehnte auf der Bühne. Wenn Sie Ihr musikalisches (Berufs-)Leben mit einem Lied beschreiben würden – welches wäre das?

Manuel Richter: Das ist keine ganz einfache Frage, denn es gibt so viele Lieder, mit denen ich mich identifizieren kann und die mir aus der Seele sprechen. Also würde ich für die Antwort eher eine eigene Komposition bevorzugen. Der Song trägt den Titel „Emotional Harbour“ und beschreibt die Aufs und Abs im Leben und handelt von der Kraft, immer wieder weiterzumachen. Für all das ist dieser sogenannte „Emotionale Hafen“ in meinem Leben verantwortlich. Mein Hafen ist die Musik, meine Familie, die Natur und das Reisen.

Was hat Sie zur Musik getrieben? Oder wer?
Wenn ich es poetisch formulieren möchte, würde ich sagen, es war eine unsichtbare Kraft, ein innerer Drang, ein Wegweiser, der mir die Musik eingepflanzt hat. Mein Leben bestand schon immer aus Musik. Es gibt keinen Tag, ja nicht einmal eine Stunde ohne Musik. Alles in meinem Leben ist eine Note, ein Lied, eine Melodie. Meine musikalischen Vorbilder wurden recht früh Freddie Mercury und Queen. Ebenso habe ich mich immer von Alphaville und A-ha inspirieren lassen. Auch deutschsprachige Künstler wie Alexa Feser, Clueso oder Annett Louisan motivieren mich stark.

Wann und wo sind Sie das erste Mal aufgetreten?
Von Auftritten im Kreis der Familie oder kleineren Schulauftritten mal abgesehen, war mein erster wirklicher Gig bei einem Schulfest in der Aula des Gymnasiums, auf dem ich Schüler war. Das war 1995 und ich sang den Song „Runaway Train“ von Soul Asylum. Ich war vorher so aufgeregt, dass ich fast gekniffen hätte. Nachdem man mich ermutigte, brachte ich es dann übers Herz, vor der ganzen Schule zu spielen. Am Ende war ich natürlich stolz, es gemacht zu haben.

Haben Sie heute noch Lampenfieber und falls ja, was tun Sie dann? Lampenfieber habe ich nur vor solchen Auftritten wie meinem Jubiläumskonzert jetzt im März. Das zieht mir so die Schuhe aus, dass ich noch nicht richtig weiß, wie ich mich beruhigen soll. Doch ich weiß: Am Ende heißt es einfach Augen zu und raus auf die Bühne. Wenn der Sound passt und ich gesund bin, ist die halbe Miete drin. Dann muss ich nur noch mein Bestes geben. Und ich glaube, das kann ich ganz gut.

Was war ausschlaggebend, als Berufsmusiker zu leben?
Es war eigentlich keine bewusste Entscheidung, denn ursprünglich hatte ich den Weg maximal nebenberuflich eingeplant. Irgendwann wollte ich mich jedoch entscheiden, entweder mehrere halbe Sachen zu machen oder eine richtig. Durch meinen damaligen Unterstützer Matthias Becker bekam ich den Mut, es zu versuchen.

Kam jemals ein anderer Beruf in Frage, wenn ja, welcher und warum?
Es gibt viele Interessen, die ich habe, z. B. wäre ich gern in den Natur- bzw. Klimaschutz gegangen. Alles was irgendwie mit Reisen, Outdoor, Natur zu tun hat, finde ich spannend. Bloß nicht im Büro sein. Ich wollte schon immer raus an die Luft.

Was war der verrückteste Ort, an dem Sie jemals aufgetreten sind? Grundsätzlich sind die Auftritte auf den AIDASchiffen in der Open-Air-Bar am Schiffsheck ein großer Meilenstein für mich. Beinahe überall auf der Welt haben wir fantastische Ausblicke genießen können, z. B. in den Fjorden Norwegens oder in der Karibik

Was war das schönste Erlebnis?
Musikalisch waren drei Auftritte für mich bisher am schönsten: Mein 10-jähriges Jubiläumskonzert im Magdeburger Gesellschaftshaus 2010, mein Duett mit Marian Gold von Alphaville 2000 und mein Release-Konzert des letzten Studioalbums „Love & Devotion“ in der Festung Mark 2017. Familiär gehören zu den schönsten Erlebnissen zweifelsohne die Geburten meiner beiden Töchter und die einmalige Zeit mit meinen Kindern bis zum heutigen Tag. Auch Reisen haben mich nachhaltig geprägt, wie z. B. eine Backpacker Tour auf La Gomera, Hüttentouren in den Alpen oder eine traumhafte Zeit auf Madeira, in Norwegen oder in der Karibik.

Gab es auch schon mal einen Auftritt, den Sie am liebsten aus den Erinnerungen streichen würden?
Ja, das war ein Auftritt auf Mallorca. Das war ein sehr wichtiger Auftritt für uns, aber ich war so schrecklich erkältet, dass ich nur noch improvisieren konnte und die Melodien so verändert habe, dass ich sie irgendwie singen kann. Zu allem Überfluss habe ich dann auch noch meinen Tee mit Honig über das Mischpult verschüttet und das Ding fing an zu qualmen. Es war schrecklich, ich hätte auf der Stelle im Boden versinken können. Naja, heute können wir drüber lachen.

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