Freitag, September 30, 2022
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Mit den Puppen zurück auf los

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Optimistisch … positiv. Diese Wörter kommen Michael Kempchen, Intendant des Puppentheaters Magdeburg, zur Auftaktveranstaltung für die Spielzeit 2022/ 2023 häufiger über die Lippen. Sowohl bei seinem Rückblick auf die vergangene Spielzeit wie auch bei seinem Ausblick auf die kommenden Wochen und Monate. Trotz der Einschränkungen 2021/2022 zeigt sich der Intendant zufrieden: „In der vergangenen Spielzeit konnten wir mehr als 37.000 Besucher empfangen. Das waren zwar circa 15.000 weniger als in den Jahren vor Corona. Aber im Vergleich zu den Anfängen der Pandemie, als wir aufgrund von Lockdown, Abstand und anderen Maßnahmen nur etwas mehr als 11.000 Gäste begrüßen konnten, ist das eine sehr positive Entwicklung.“ Auch die rekordverdächtige Anzahl von zehn Premieren lassen die Augen des Intendanten, der in dieser Funktion seine finale Spielzeit bestreiten wird, leuchten. „Natürlich ist dies auch den Auswirkungen der Pandemie geschuldet. Wir haben Verschobenes nachgeholt, Neues eingebracht, unser Festival Blickwechsel in drei Akten gefeiert und noch dazu 20 Vorstellungen Hofspektakel gegeben. All das unter einen Hut zu bringen, war eine Herausforderung, die wir gut gemeistert haben“, so Michael Kempchen.

Und ebenso optimistisch verspricht der Intendant, rasant in den Herbst starten zu wollen. Das Motto für die bevorstehende Spielzeit „Zurück auf los“ verspricht genau das zu halten. „Nachdem wir mehrmals ausgebremst wurden, legen wir wieder mit voller Kraft los“, erklärt Michael Kempchen und fügt an: „Bleibt nur die Frage, wie frei wir sein werden, um diese Spielzeit zu gestalten.“ Die Themen Coronavirus, Energiekrise, steigende Preise hängen wie das Schwert des Damokles auch über den Köpfen der Kulturschaffenden. Einige Ideen stehen im Raum – etwa die Umstellung der Beleuchtung auf LED weiter voranzutreiben, die Temperatur in bestimmten Räumen zu reduzieren oder die Außenbeleuchtung für einen kürzeren Zeitraum anzuschalten. „Wir werden weitere Maßnahmen diskutieren. Aber auf keinen Fall werden wir Abstriche an Angebot und Qualität zulassen“, versichert Michael Kempchen.

Insgesamt fünf Premieren, zwei Uraufführungen und zwei Sonderausstellungen in der Figurensammlung stehen auf dem Plan der Spielzeit 2022/2023. In den sieben Neuproduktionen geht das Ensemble gleich mehreren Fragen nach: Wie besinnen wir uns in dieser Zeitenwende auf Werte, die uns den gesellschaftlichen Wandel menschenwürdig gestalten lassen? Worauf gründet sich unser Wohlstand – auf den äußeren Schein, Gier, Reichtum, Aneignung? Und: Welchen Stellenwert haben Identität, Haltung und die Position eines Individuums in der Gesellschaft?

Zu den Höhepunkten der Spielzeit zählt Chefdramaturgin Dr. Petra Szemacha das Stück „Le grand tour“ (ab 16), das am 17. März 2023 uraufgeführt wird. „Dabei reisen wir mit zwei hemmungslos assoziierenden Philosophen durch das 18. Jahrhundert, in die Welt des wohl größenwahnsinnigsten Projekts der aufklärerischen Zeit – die allumfassende Enzyklopädie von Diderot – und beschäftigen uns mit Themen wie Kolonialismus.“ Ebenfalls großes Augenmerk legt die Chefdramaturgin, die mit dem Beginn dieser Spielzeit die Betreuung des Ensembles und Aufgaben der künstlerischen Leitung übernimmt, auf „Re-Member“ (Uraufführung: 12. April 2023; ab 16). In Kooperation mit dem Théâtre de l’Entrouvert (Frankreich), dem Vélo Théâtre (Frankreich) und dem Théâtre Export Deutschland ist eine Ode an die Natur und das Leben entstanden. Das Ensemble des Puppentheaters untersucht gemeinsam mit den Co-Regisseurinnen Élise Vigneron (Apt, Frankreich) und Julika Mayer (Stuttgart) die Beziehung der Menschen zur Welt des Lebendigen und Nicht-Lebendigen.

Und nicht zu vergessen: das Hofspektakel! „Der Drache“, eine Märchenkomödie von Jewgeni Schwarz, feiert am 6. Juli 2023 Premiere. „Aufgrund der anstehenden Sanierungsarbeiten am Kutscherhaus wird das Hofspektakel im Innenhof des Kunstmuseums Kloster Unser Lieben Frauen aufgeführt – einem Ort, der viel Zauber ermöglicht“, so Petra Szemacha. „Mit Bezug auf das Stück wird es zudem eine Ausstellung im Kunstmuseum geben sowie eine Sonderausstellung in der villa p.“ Tina Heinz

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