Montag, November 28, 2022

Mit oder ohne … Leonie Felix

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Obwohl es mit dieser Corona-Situation leicht aufwärts zu gehen scheint, wurden bei der Arbeit die derzeit geltenden Bestimmungen noch nicht gelo-ckert. Was für mich bedeutet, dass ich mich mit meinen Kollegen weiterhin abwechsle: zwei Tage im Büro, drei Tage im Home-Office und in der nächsten Woche vice versa. Eigentlich ein ganz angenehmes System, weil man bequem von zu Hause arbeiten kann, aber einem nicht gleich die Decke auf den Kopf fällt. Und an den Tagen, an denen ich am heimischen Schreibtisch sitze, kann ich es entspannt angehen, muss mich nicht in Schale werfen, muss mich nicht schminken, muss mir nicht die Haare stylen … Die Jogginghose ist meine beste Freundin. Selbst wenn mal eine Videokonferenz ansteht – dann reicht es, oberhalb der Gürtellinie vernünftig auszusehen. Mein Freund findet dieses Konzept allerdings überhaupt nicht gut. Es sei nicht „ladylike“, die ganze Zeit in Jogginghose herumzulungern. Dass er meine Arbeit als „herumlungern“ bezeichnet, ist die eine Sache. Dass er aber auch noch die Unverschämtheit besitzt, mir den Kontrollverlust über mein Leben zu attestieren, indem er Karl Lagerfeld zitiert, obwohl er rot nicht von orange und eine Culotte nicht von einer Paperbag unterscheiden kann, ist doch der Gipfel. Da er das Thema bislang an jedem Home-Office-Tag angesprochen hat – meistens vorsichtig, durch die Blume –, schien es ihn wirklich zu beschäftigen. Nach mehreren Gesprächen war es mir gelungen, die Essenz herauszufiltern: Der Herr fühlt sich nicht wertgeschätzt, wenn ich in seiner Gegenwart im Schlabberlook arbeite und mich „nur“ schick mache, wenn ich das Haus verlasse. In der aus den Vorwürfen resultierenden Diskussion konnte keines meiner Argumente auf sein Verständnis stoßen. Weder die Zeitersparnis noch der Gemütlichkeitsaspekt. Auch meine Frage, wo denn der Unterschied zu einem entspannten Abend auf dem Sofa sei, fand nicht sein Wohlwollen. Früher hätte ich mich zum Filmschauen noch in Schale geworfen. Die Tatsache, dass wir damals nicht zusammenwohnten und ins Kino gingen, um einen Film zu sehen, ignorierte er. Und auf meine Frage, warum es in Ordnung sei, dass er den ganzen Tag im FCM-Trikot herumsitzt, antwortete er: „Das ist mein Lieblingsshirt und außerdem tragen meine Arbeitskollegen das ebenfalls.“ Vielleicht muss ich mein Styling doch überdenken. In Zukunft werde ich im Home-Office ein HFC-Trikot tragen … dann verzichte ich auch auf die Jogginghose …

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