“Notgeld” – Vor 100 Jahren war der Geldwert am Boden und hat das Notgeld hervorgebracht

Corona hat finanzielle Auswirkungen. Eine Rezession kündigt sich an, rund um den Globus. Von Insolvenzen, Billionen-Schulden und Massenarbeitslosigkeit ist die Rede. Das alles hat Auswirkungen auf den
Wert des Geldes. Vor 100 Jahren war dieser Wert am Boden und hat das Notgeld hervorgebracht.

Das Corona-Virus kommt der Wirtschaft teuer zu stehen. Von 1,2 Billionen ist bereits die Rede, allein in Deutschland, für Hilfen. Die Bürger haben Angst um ihr Geld, die Banken sind im Stress-Modus, Bundes- und Landeskredite helfen über erste Schwierigkeiten – doch welche weiterhin auf uns zukommen, ist längst nicht abzusehen. Zukunftsängste, Firmeninsolvenzen, persönliche finanzielle Probleme durch verlorene berufliche Existenz, ob mit dem eigenen Unternehmen oder im Angestelltenverhältnis. „Die deutsche Wirtschaft stürzt in die schwerste Rezession der Nachkriegsgeschichte“, heißt es in dem Bericht des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit. Über ein Sinken der Wirtschaftsleistung auf 74 Prozent spricht Bundesfinanzminister Olaf Scholz.

Auch wenn das Virus neu ist – die Situation ist es nicht. Ein Blick 100 Jahre zurück zeigt ein ungewöhnliches Jubiläum. Erschütterung der Wirtschaft und Geldmangel führten vor 100 Jahren zum sogenannten Notgeld. Damals war kein Virus Ursache für das Erliegen der Wirtschaft, sondern es zeigten sich die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges (1914-18). Die erste Phase von 1916 bis 1919 verzeichnete noch eine kleinere Nominale bis etwa 20 Mark. Ab 1921 gab es bereits Nominale bis in den Billionen-Mark-Bereich. Das Notgeld bildete damals eine Alternative. Das Vertrauen darin war größer, da mit direkter Kaufkraft verbunden. Es gab einen konkreten Tauschwert und wurde so zum Zahlungsmittel als Geldersatz. Firmen und Gemeinden gaben das Notgeld heraus, um den Kunden den Erwerb der Produkte in der Region zu ermöglichen. Die Situation ist heute anders? Zum Teil. Heute gibt es Gutscheine – um Unternehmen zu helfen, die durch die Corona-Krise auf die Unterstützung der Kundschaft angewiesen sind. Ob im kulturellen Bereich, in der Gas­tronomie oder im Tourismus.
Währenddessen horten die Deutschen ihr Bargeld zuhause. Mit Corona-Beginn haben die deutschen Sparer laut Daten der Europäischen Zentralbank allein im März zehn Milliarden Euro von ihren Bankkonten abgehoben. (ab)

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