Platz für 1000 Polizisten

Das „Landesbetrieb Bau- und Liegenschaftsmanagement Sachsen-Anhalt“ ist als Bauherr im Auftrag des Landes für das Bauprojekt verantwortlich.

Bei der Polizei in Sachsen-Anhalt wird aufgerüstet. In den vergangenen 20 Jahren hat das Land insgesamt 209.097.266,99 Euro in Bau-, Sanierungs- und Unterhaltungsmaßnahmen der Polizei investiert. Das aktuelle größte Bauvorhaben von Sachsen-Anhalt wird mitten in der Magdeburger Innenstadt realisiert. Eingeschlossen von Hallescher Straße und Sternstraße werden die alten Gebäude der Polizeiinspektion umfassend saniert. Außerdem entstehen zahlreiche Neubauten bzw. sind bereits kurz vor der Vollendung wie der neue Zentrale Gewahrsam. Dort können künftig rund 100 Personen kurzzeitig festgesetzt werden. Künftig werden auf dem gesamten Areal rund 1.000 Bedienstete der Polizei arbeiten. Das ist knapp ein Siebtel des gesamten Personalbestandes der Landespolizei.

Die Fassaden der historischen Polizeigebäude bleiben aus Gründen des Denkmalschutzes erhalten. Im Innern werden dafür grundhaft neue Raumaufteilungen geschaffen. Sogar in die früheren Stallungen (Gebäude 7) werden die Gewölbedecken, die gusseisernen Rundstützen und die noch vorhandenen Wandringe zum Befestigen der Pferde aufgearbeit. Insgesamt wird das Land 171,5 Millionen Euro in den Neubau der Polizeiinspektion investieren. Baubeginn war bereits 2019. Die komplette Fertigstellung ist für Anfang 2026 geplant. Neben den Diensträumen der Polizeiinspektion wird der Standort auch das Revier Magdeburg, Teile des Technischen Polizeiamtes, die Verkehrspolizei, das neue Bekleidungs-Service-Center und andere Teilbereiche der Polizei beherbergen. Während der Baumaßnahmen sind die Diensteinheiten derzeit in verschiedenen Gebäuden über das Stadtgebiet verteilt.
Auch in die Gebäude der Landesbereitschaftspolizei wird aktuell eine Menge Geld gesteckt. So läuft derzeit die Sanierung der Unterkunftsgebäude U1 und U4. Hierfür sind 13,8 Millionen Euro genehmigt. Im Oktober kommenden Jahres ist die Fertigstellung des Gebäudes U1 geplant. Das Haus U4 wurde bereits in diesem Jahr fertiggestellt. Weiterhin gehören zu den Investitionen bei der Landesbereitschaftspolizei die Errichtung einer Pachtkantine.

Ein bereits realisiertes Polizeibauprojekt ist die neue Zwingeranlage in der Diensthundeführerschule in Pretzsch. Hierfür stellte das Land 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Ebenso gab es in der jüngeren Vergangenheit brandschutztechnische Sanierungen und die Erneuerung von Sanitärbereichen an der Fachhochschule der Polizei in Aschersleben. Außerdem wird derzeit an der Polizei-Ausbildungsstätte noch ein Neubau zur Unterbringung des Sachgebietes Technik realisiert.

In der Polizeiinspektion Stendal sind Leitstelle und Führungsstab für rund 920.000 Euro neu errichtet worden. Noch in diesem Jahr soll der Ausbau der Befehlsstelle in der Polizeiinspektion Halle fertiggestellt werden. Außerdem wartet noch in diesem Sommer ein Neubau zur Unterbringung der 4. Einsatzhundertschaft der Landesbereitschaftspolizei in Halle (Saale) auf seine Fertigstellung. Hierfür wurden knapp 13. Mio. Euro bereitgestellt.

Aufgabe des neugewählten Parlaments am Domplatz wird es sein, Gelder für den Neubau eines Dienstgebäudes für das Landeskriminalamt bereitzustellen. Derzeit sucht der Landesbetrieb Bau- und Liegenschaftsmanagement Sachsen-Anhalt mit den Verantwortlichen der Polizei nach einem geeigneten Standort in Magdeburg.

Im Übrigen beansprucht die Polizei die größten Flächen in den landeseigenen Liegenschaften. Aktuell nutzen alle Polizeidienststellen eine Mietfläche von insgesamt 324.610,44 Quadratmetern. Damit liegt der Anteil der Mietfläche der Polizei bei ca. 31 Prozent von allen Landesliegenschaften. Die Polizei nutzt damit mit Abstand von allen Ressorts die größte Fläche.
Thomas Wischnewski