Mittwoch, September 28, 2022
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Ratgeber: Bauen und Finanzieren ” Glück hat nur, wer schon gebaut hat”

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Matthias Kühne

Die Baukosten klettern ins Uferlose, die Grundstückspreise schießen wieder in die Höhe, wir haben eine Energiepreiskrise und es steigen auch noch die Zinsen. Wer in dieser Zeit Immobilieneigentum schaffen möchte, ist belämmert dran. Kürzlich hatte ich für ein Pärchen eine Baufinanzierung gestrickt. Eigentlich schien alles in tro-ckenen Tüchern. Aber nach einer Woche waren die Darlehenszinsen derart gestiegen, dass die Finanzierung schließlich platzte. Das nüchterne Fazit lautet: Junge Familien, die mit Eigentum etwas für ihre Altersvorsorge tun möchten, können sich ein Eigenheim nicht mehr leisten. Haben Sie noch den Wahlslogan des amtierenden Kanzlers Olaf Scholz vor Augen? Die Worte „Soziale Gerechtigkeit“ standen in großen Lettern auf seinen Plakaten. Auch die Partei Die Grünen will gern den sozialen Aspekt als Anspruch in den Vordergrund stellen. Fakt ist aber, dass sie mit ihrer Politik inzwischen solche Menschen ins Abseits von Eigentumsbildung bringen, die sich das bisher leisten konnten.

Förderprogramme werden kassiert, dann wieder neue versprochen, um letztlich festzustellen, dass doch kein Geld vorhanden ist. 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr sind kein Problem, wie Menschen allerdings Fundamente fürs Leben errichten sollen, ist fraglich. Inzwischen plant die Bundesregierung ein Qualitätssiegel fürs Bauen. Zwar sind die Details dafür noch nicht alle festgezurrt, jedoch kann man bereits jetzt sagen, dass sich „normale“ Bauherren Bauten nach solchen Vorgaben nicht mehr werden leisten können. Nach Qualitätssiegel zu bauen, das wird etwas für ganz spezielle Fans werden.

Glücklich können sich nur die schätzen, die in der Phase von Niedrigzinsen eine lange Zinsbindung vereinbart hatten. Inzwischen ist das Zinsniveau auf 2,5 und 2,6 Prozent gestiegen, in Einzelfällen können sogar 3 Prozent zu Buche schlagen. Welche Reaktionen kann man bei der Entwicklung bei der Ampel-Koalition erkennen? Keine!

Ein paar Gedanken zum Wort Nachhaltigkeit, dass heute in aller Munde ist: Sogar manche Baufinanzierer bieten heute „nachhaltige Finanzierungen“ an. Außer der Namensfloskel kann ich mit einer Finanzierung noch keine Nachhaltigkeit verbinden. Selbst, wer ein Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für energieeffizientes Bauen (KfW40) beantragt, schultert sich Mehrkos-ten auf, die kaum bezahlbar sind. Abgesehen davon, dass die von der KfW bereitgestellten Gelder bereits ausgeschöpft sind, und alle, die jetzt nach solchen Maßstäben bauen wollten, aktuell keine Förderung erhalten können.

Nicht nur Bauherren von Eigenheimen stehen heute vor gewaltigen Hürden für ihre Vorhaben, selbst größere Investoren werden unter der gegenwärtigen Entwicklung eher die Füße stillhalten und manche Vorhaben auf Eis legen. Wer nach heutigen Maßstäben, Bau- und Grundstückskosten Wohnraum neu bauen will, ist am Ende gezwungen, 12 Euro Kaltmiete zu verlangen, damit sich ein Bau irgendwann rentiert. Ich kann nicht erkennen, dass die politischen Vorgaben der vergangenen Jahre und die Politik der jetzigen Regierung irgendetwas mit sozialer Gerechtigkeit zu tun haben. Die schöne Nachricht für Magdeburg, die sich mit der Investition von Intel verbindet, heizt die hiesigen Grundstückspreise noch einmal enorm an. Glücklich ist, wer bereits eine Immobilien besitzt, die Anderen haben das Nachsehen.

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