Mittwoch, Dezember 8, 2021
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Römers Reich: Die vielen, neuen Guten

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Dem Treiben des zerstörerischen Wesens Mensch gilt es, Einhalt zu gebieten. Zu dieser Selbstkritik ist ausschließlich die Kreatur Mensch fähig. Leider habe ich den Eindruck, dass Kritik und Selbstkritik schwer übereinander passen. Schließlich wendet sich Kritik fast immer an die anderen, selten an die Kritiker selbst. Und so macht es betroffen, wenn sich 25.000 Teilnehmer zur Klimakonferenz in Glasgow versammeln und weitere Tausende Demonstranten dort auftauchen, um gegen das Versagen von Regierungen appellieren zu wollen. Eine Kleinigkeit im Sinne eines ökologischen Fußabdrucks sind solche Massenversammlungen sicher nicht.

Regierende sind ohnehin an allem Schuld. Sie tun zu wenig, obwohl die Angehörigen von Adminstrationen gegenüber den vielen anderen eine verschwindend geringe Personenzahl abgeben. Aber sie machen die Gesetze für viele. Für mich ist noch nicht ganz klar, ob sich gesetzliche Einschränkungen im Sinne eines Klimaschutzes – welcher Art auch immer – für oder gegen die Mehrheit in einer Gesellschaft richten. Folgen werden naturgemäß – obschon menschengemacht – stets erst im Nachhinein ersichtlich.

Vor 30 Jahren kamen jedenfalls zu Weltkonferenzen gegenüber nur ein Bruchteil an Teilnehmern zusammen. Übrigens zählte die Weltbevölkerung 1990 rund 5,3 Milliarden Menschen. Inzwischen wandeln 7,7 Milliarden Leute auf diesem Planeten. Sie alle haben Wünsche, Träume und Hoffnungen und strahlen 100 Watt Wärmeenergie ab. Mit jedem Atemzug wird Kohlendioxid abgegeben. Außerdem erzeugen Nahrungsaufnahme, Kochen, Heizen, Kühlen, Mobilität, Haus- und Straßenbau, Smartphone, Computer oder TV-Konsum jede Menge an Emissionen.
Treffen die Prognosen zum Wachstum der Weltbevölkerung zu, müssen wir um 2050 mit 10 Milliarden Menschen auf dem Planeten Erde rechnen. Auf andere interstellare Trabanten wird dann wohl kaum jemand ausgewandert sein. Was machen wir mit diesen zusätzlichen Geschöpfen, die sich ernähren, kleiden, bewegen, bilden, reisen und wohnen wollen? Und die wichtigste Frage: Sind diese zusätzlichen Individuen auch in den Hochrechnungen der Klimamodelle berücksichtigt? Ich hoffe doch, dass die menschengemachten Emissionen aufgrund der exponentiell zunehmenden Weltbevölkerung eingerechnet wurden? Gehört habe ich davon bisher nichts. Sollte dieser Aspekt vergessen worden sein, mangelt es Klimaberechnungsmodellen an Seriosität. Und vor allem, wie positionieren sich die aktuell Regierenden gegenüber diesen künftig heranwachsenden Konsumenten? Kann man sie gesetzlich verhindern? Das Wachstum bremsen oder gar ins Gegenteil verkehren? Ist das Wirtschaftssystem Kapitalismus an dieser zunehmenden Bevölkerungszahl schuld? Die großen kapitalistischen Staaten schrumpfen ja eher. Wenigstens sind viele der schuldigen Alten dann schon verstorben. Die neuen guten Zukunftsmenschen bilden die Mehrheit.

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