Montag, November 28, 2022

Römers Reich: Ein Hauch von Diktatur

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Alle, die sich den Vorgaben zur Eindämmung der Corona-Pandemie konform verhalten, machen es richtig. Daran darf es wegen des Schutzes von Gesundheit und Leben keinen Zweifel geben. Trotzdem gibt es welche, die aus unterschiedlichen Gründen aus der Reihe tanzen. Menschen, deren Lebenswurzeln noch tief in die DDR-Zeit reichen, kommt derzeit manches bekannt vor. Die Beschneidung der Reisefreiheit, Kontaktsperren, leere Regale und Verhaltensvorschriften beispielsweise. Es liegt ein Hauch von Diktatur über dem Land. Das mag zunächst komisch klingen, weil man doch das Richtige tut und weil es für das Ziel, das Virus zu besiegen, alternativlos ist. Es ist zumindest ein Diktat auf Zeit. Und für all jene, die nie mit dem Leben in einer Diktatur in Berührung kamen, ist es ein wundersames Lehrstück, wie eine solche funktioniert.

Es treten nämlich noch viele weitere Mechanismen zutage, die offenbar unter einer freiheitsbeschränkenden Herrschaft blühen. Politisch beschlossene Maßnahmen werden rigoros von Behörden durchgesetzt und die Einhaltung von Vorschriften überwacht. Allerdings müssen die staatlichen Stellen dies gar nicht alles allein leisten. Eine Art Selbstdisziplinierung überfällt die Gesellschaft. Regelverstöße werden von denen, die sich mit den Vorgaben identifizieren, sofort kritisiert. Man kann das prima in den sogenannten sozialen Medien verfolgen, wie dort tausendfach denunziert und angeprangert wird. Oft ist der tatsächliche Hintergrund einer Handlung gar nicht ergründet, und dennoch verbreiten sich Beschimpfungen über angebliches Fehlverhalten wie ein Lauffeuer im Netz. Gerügt wird auch ganz real an der Supermarktkasse oder bei anderen Gelegenheiten. Je enger ein Verhaltenskodex gezogen wird, um so eher geschehen Verstöße und disziplinierende Regel-Alarmisten schießen wie Unkraut aus dem Boden.

Humor, Ironie und Zynik greifen um sich. Noch in jeder Notlage brauchen Menschen fröhliche Momente für eine stabile Psyche. Witzigkeit und Galgenhumor leben den lieben langen Tag über. So funktioniert eine Gewaltherrschaft und sie stabilisiert sich selbst durchs Mitmachen vieler. Es braucht entweder eine durchschlagende Vision oder eine große Angst, damit sich eine Mehrheit den Maßgaben der selbsterklärten Lösungselite unterwirft. Wie schon angeführt, der kleine Exkurs soll aktuellen Zwangsbedingungen nicht in Zweifel ziehen. Wer immer noch fragt, wie sich denn der Nationalsozialismus oder eine kommunistische Diktatur haben halten können, erhält gerade eine Kostprobe davon, wie leicht das geht. Hoffentlich ist der Spuk nur von kurzer Dauer. Die leibhaftigen Erfahrungen sollten allen, die sich gern auf der einen richtigen Seite wähnen, ein guter Unterricht für die Zukunft sein.

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