Dienstag, November 29, 2022

Römers Reich: Mehr Hunger auf Energie?

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Energie – das ist das Thema der Zeit. Vor allem müssen wir sparsam damit umgehen. Schließlich bekommen wir kein günstiges Erdgas mehr aus Russland geliefert. Die Bundesregierung peilt das 19-Grad-Ziel in Räumen an. Genauso ist es beim Umgang mit Strom. Auch hier droht die Gefahr, dass die Versorgung zusammenbrechen könnte. Manche Kritiker waren in der Vergangenheit nicht müde, vor einem sogenannten Blackout zu warnen, falls man sich maßgeblich auf Windkraft und Sonnenenergie verlassen wollte. Inzwischen werden solche Szenarien bundesweit in den zuständigen Stellen durchgespielt.
Allerdings ist der Herr Klaus Müller, der Präsident der Bundesnetzagentur, mit dem Sparverhalten der Deutschen überhaupt nicht zufrieden. Wenn man in den privaten Haushalten weiter heizen und warmes Wasser nutzen würde wie bisher, würde es nichts mit der Versorgungssicherheit im Land.

Als Tausende junge Menschen unter der Flagge von „Friday for Future“ begannen zu demonstrieren, damit der Klimawandel gestoppt werden würde, traten sie wenig fürs Sparen ein, sondern ausschließlich dafür, dass mit den fossilen Energieträgern Schluss sein müsste. Nun zeigen die Zahlen, dass der Endenergieverbrauch in Deutschland seit 1990 bis Ende 2021 von 9,5 auf 8,7 Exajoule – letzte Zahl entspricht 296 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten – zwar leicht zurückgegangen ist, aber das reicht nicht, um Strom ausschließlich aus den sogenannten erneuerbaren Energien zu erzeugen. Nun zeigt sich außerdem, dass die weltweite Energienachfrage in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Vor allem das schnelle Wachstum in den Entwicklungsländern sorgt für ein Drittel mehr Energiebedarf. Dabei sind vor allem China und Indien die größten Treiber. In China fällt derzeit bereits 25 Prozent des weltweiten Energiebedarfs an. Kennen Sie eigentlich noch ein Gerät – egal, ob das im Haushalt oder in der Arbeit eingesetzt wird – das keine elektrische Energie benötigt. Weltweit wachsen die Serverstationen, die Vernetzung der Menschheit schreitet voran und verschlingt immer mehr Strom. Bisher gab es noch keine Epoche, in der die Menschheit weniger Energie als zuvor verbraucht hätte. Diesbezüglich ging es bisher immer nur in die entgegengesetzte Richtung. Übrigens: Laut Stoffwechselforschern aus den Niederlanden haben Frauen ein höheres Wärmebedürfnis als Männer. Und Ökonomen haben in einem Experiment herausgefunden, dass Frauen bei 25 Grad Celsius die besten Denkleistungen erzielen. Männer hingegen genügen 21 Grad Celsius. Wenn also die Temperaturen am Arbeitsplatz herunterreguliert werden, würden Frauen nach solchen Studien in der Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Ob das mit der Gleichstellungspolitik in Einklang zu bringen ist? Was leider immer wieder zutage tritt, ist, dass politisches Wollen allein die Energiewelt nicht zum Besten steuern kann.

Axel Römer

Seite 3 / ZEITGESCHEHEN ((2. Oktober-Ausgabe 2022)

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