Montag, September 26, 2022
Anzeige

Römers Reich: Stalins späte Rache

Anzeige

Folge uns

Der Sozialismus russischer Prägung auf deutschem Boden trug den Namen DDR. Nach deren Niedergang hagelte es historische Bezeichnungen für das 40 Jahre lange Systemexperiment. Planwirtschaft und Mangel – das gehörte zusammen. Die Menschen im Osten Deutschlands hätten sich „nichts“ leisten können. Billiges und subventioniertes Wohnen führte zum Verfall der Häuser. Einfalt statt Vielfalt. Menschen, denen eine politisch abweichende Meinung diagnostiziert wurde, mussten mit Diskreditierung, mit Überwachung und schlimmstenfalls mit Verfolgung rechnen. So blickt die Geschichtsschreibung auf die Ära einer SED-geführten Gesellschaft.

Nun leben wir seit fast 32 Jahren im vereinten, besseren Deutschland. Und was seit 1990 im Osten der Republik geschehen ist, kann sich in Aufbau- und Umgestaltungsleistungen sehen lassen. Die Mechanismen des Mangels und einer daraus resultierenden diktatorischen Vorschrifts- und Planungspolitik schienen überwunden. Allerdings müssen wir einen seit über zehn Jahren fortschreitenden Krisenmodus erleben. Die globale Banken- und Finanzkrise, die ab 2007 unter anderem als Folge eines spekulativ aufgeblähten Immobilienmarkts in den USA entstand, führte zum Trend der Vergesellschaftung von Schulden. Migrationswellen, Corona-Pandemie, aktuell der Krieg in der Ukraine und natürlich die apokalyptische Vorstellung zum Klimawandel halten Menschen in Atem. Die Energiepreise für Heizung, Warmwasser und Strom werden sich bald verdreifacht haben. Energieintensive Industriezweige geraten ins Schlingern. Lieferketten geraten durcheinander. Deutschlands Exportwirtschaft schwächelt. Wohnungsbau wird unbezahlbar. Die Wahlslogan von 2021 haben sich schon überlebt. Bei der Berliner Regierung steht die politische Programmatik offenbar weiter über allem. Jeder Krisenerscheinung begegnet die Politik mit neuen milliardenschweren Finanzspritzen. Es wird – als ob es naturgesetzlich vorgeschrieben wäre – weiter gepredigt, wir seien ein reiches Land. Das Freiburger Forschungszentrum für Generationenverträge ermittelte kürzlich, dass sich die Zahlungsversprechen, die der Sozialstaat inzwischen eingegangen sei, auf 14 Billionen Euro summiert haben. Das sind fast 400 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt. Kann da noch von einer „Generation Zukunft“ die Rede sein? Der Staat will sich jetzt an Energieversorgern, die wegen der Gaspreisentwicklung ins Schlingern geraten, beteiligen. Landauf, landab greifen Mechanismen staatlicher Steuerung. Das kommt mir irgendwie bekannt vor, zumindest als historisch überwundende Vorstellung. Die Inflation treibt den Anteil armer Menschen nach oben. Und schuld an allem ist „der Russe“. Aber so hieß es schon während der DDR-Zeit. Offenbar wirft Josef Stalins einstiges Wirken von Moskau aus noch immer lange Schatten nach Europa bzw. dessen alte Rezepte scheinen wieder groß in Mode.

WEITERE

Aktuelle Baustellen im Stadtgebiet

Fußball, Handball und viel mehr…!

Magdeburg
Bedeckt
16.7 ° C
16.7 °
16.7 °
43 %
2.7kmh
100 %
Mo
17 °
Di
12 °
Mi
13 °
Do
14 °
Fr
16 °

E-Paper