Mittwoch, September 28, 2022
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Römers Reich: Stressforschung macht Stress

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Bisher galt im Volksmund, dass eine Liebesenttäuschung zu einem gebrochenen Herzen führen kann. Nun offenbart eine Studie von US-Forschern (solche, die gerechter schreiben als ich, nutzen das Wort Forschende), dass man vor allem durch Stress am sogenannten „Broken-Heart-Syndrom“ leiden könne. Wie nachhaltig diese Art von Studien sind, sei dahingestellt. Aber oft habe ich den Eindruck, dass manche wissenschaftliche Arbeit entsteht, weil man halt keine andere Idee hatte. Jedenfalls sagt die US-Amerikanerin Dr. Susan Cheng (Fachärztin für weibliche Gesundheitsfürsorge), dass sich durch Stresssituationen die Gefäße in der Herzregion zusammenziehen. Im schlimmsten Fall pumpt das Organ nicht mehr und es kann zu Herzversagen kommen. Vorwiegend seien Frauen davon betroffen. Frau Dr. Cheng hat Ursachen für diese „immer weiter“ um sich greifende Erscheinung ausgemacht. Neben großen emotionalen Krisen wie Liebeskummer und Trauer können Stress bei der Arbeit, ein Leben in Sorge oder gar positive Stressoren wie ein Lottogewinn einen „Quasi-Herzinfarkt“ auslösen. Mit zunehmender Digitalisierung verstärkten sich Umweltstressfaktoren und ständig prasselten schlechte Nachrichten auf uns ein. Fortwährend apokalyptische Berichte über Krieg, Klimawandel und Umweltkatastrophen oder dass häufiger rechte Parteien an der Regierung seien, würden sprunghaft ansteigende Broken-Heart-Sydrom-Raten erzeugen. Wenn diese Entwicklung tatsächlich derart besorgniserregend ist, wie die Wissenschaftlerin Cheng sagt, sollten wir dringend über die Abschaltung täglicher negativer Nachrichten nachdenken. Was uns da permanent zugemutet wird, hat vielleicht schon pandemische Auswirkungen auf die Menschheit. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass alles, was verbreitet wird und nachrichtlich ausufert, wenig über das wirkliche Geschehen vermittelt. Insofern müssten Verbreiter von schlechten Nachrichten geächtet werden.
Eine andere, ebenso gefährliche Erscheinung konnte ich kürzlich in der „taz“ lesen. Da wurde vorm sogenannten „Love Bombing“ gewarnt. Das entsteht – natürlich nur bei Frauen –, wenn diese von Männern Zuneigung und Aufmerksamkeit erfahren, zum Sex verführt werden und sich der männliche Akteur später einer anderen Partnerin zuwendet. Ich hätte bei solch unmoralischem Verhalten eher an das Broken-Heart-Syndrom gedacht. Wie man sieht, lernt man nicht aus. „Love Bombing“ ist offenbar die gefährlichere Ausprägung. Bedenkt man, wie viel Stress von Männern ausgeht, sollten diese unbedingt in Isolation leben – oder in Quarantäne gesteckt werden, wie wir das seit zwei Jahren üben. Künftig werden weitere pathologische Beeinträchtigungen erkannt werden. Viele bahnbrechende Forschungen über Schattenseiten des Lebens sind nur noch nicht erforscht. Aber wenn sie dereinst da sind, werden sie für viel Stress unter uns sorgen.

Axel Römer

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