Sachsen-Anhalt: Land mit Herkunft

Sachsen-Anhalt
• gegründet am 21. Juli 1947 (1952 aufgelöst),
• am 3. Oktober 1990 Neugründung in der Bundesrepublik Deutschland,
• Fläche: 20.451,58 km²
• 11 Kreise, 3 kreisfreie Städte, 218 Gemeinden
• Einwohner: 2,1948 Millionen (31.12.2019)
• Bevölkerungsdichte: 108 Einwohner pro km²
• Landesschulden: 20,27 Millionen Euro (2017)
• Pro-Kopf-Verschuldung: 9.074 Euro (2017)

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Der Name des Landes Sachsen-Anhalt steht für eine Region mit wechselvoller Geschichte. Weil das Gebiet von Preußen mit seinen militaristischen Wurzeln nach zwei verheerenden Weltkriegen nicht noch einmal auferstehen sollte und weil Deutschland während der Jalta-Konferenz durch die Siegermächte neu aufgeteilt wurde, entstanden neue territoriale Gliederungen. Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) vereinigte 1945 die beiden Provinzen Magdeburg und Halle-Merseburg, ferner den Freistaat Anhalt (um Dessau), die frühere braunschweigische Exklave Calvörde und den östlichen Teil des Landkreises Blankenburg im Harz (vorher dem Land Braunschweig zugehörig) sowie die thüringische Enklave Allstedt zur neuen Provinz Sachsen. Im Oktober 1946 wurde das Gebiet Provinz Sachsen-Anhalt genannt. Im Zuge der Auflösung Preußens verkündete die Provinz Sachsen-Anhalt am 10. Januar 1947 eine eigene Landesverfassung und am 21. Juli 1947 erfolgte die Umbenennung in Land Sachsen-Anhalt. Zur Landeshauptstadt wurde damals Halle erkoren.

Dieses künstlich entstandene Land ist dennoch kein Luftgebilde, sondern kann auf Menschen, Ereignisse und Entwicklungen verweisen, die teilweise von europäischer und nationaler Bedeutung sind. Auf den folgenden Seiten finden sich Beiträge, die Einblicke in die Vorgeschichte des Landes geben. Manche vielleicht nicht so bekannte Persönlichkeit oder Geschichte haben wir aufgeschrieben, um Land und Leute mit ihren Wurzeln sichtbar zu machen. Natürlich können dabei oft nur einzelne Aspekte aufgezeigt werden. Trotzdem lässt sich erkennen, welcher Wandel, welche wirksamen Einflüsse aus den Regionen des heutigen Sachsen-Anhalts ausgingen.
1991 wurde aus der Luft das Sonnenobservatorium Goseck entdeckt. Die Entstehung der jungsteinzeitlichen Kreisgrabenanlage wird auf etwa 4800 vor Christus datiert. Man geht davon aus, dass bereits vor 7.000 Jahren Menschen in den mitteldeutschen Landstrichen gesiedelt haben. Dies also schon während der ägyptischen Blütezeit. Ein weiterer Beleg für die alte Kulturgeschichte ist der Zufallsfund zweier Männer im Jahre 1999, als sie zusammen mit zwei reich verzierten Schwertern, zwei Beilen, den Resten zweier Armspiralen und einem Meißel auf dem Mittelberg in Wangen bei Nebra eine 32 Zentimeter große Himmelsdarstellung ausgruben. Die 3600 Jahre alte runde Bronzescheibe zeigt die Sonne oder je nach Deutung den Vollmond, eine Mondsichel sowie insgesamt 32 goldene Sterne. Viele Fürsten, Wissenschaftler, Geistliche und Künstler sind mit der Vorgeschichte Sachsen-Anhalts verbunden. Einige von ihnen sind in Kurzporträts auf den folgenden Seiten zu finden. Der Philosoph Novalis – eigentlich Georg Philipp Friedrich von Hardenberg – und der spätere Denker Friedrich Nietzsche gehören in die geistigen Schatzkisten des Landes. Der Magdeburger Komponist Georg Philipp Telemann und sein Hallenser Pendent Georg Friedrich Händel sind berühmte Köpfe unserer Geschichte. Mythen und Sagen – vor allem solche aus dem Harz – zählen unverrückbar zum nationalen Kulturgut. Sachsen-Anhalt kann auf eine der höchsten Dichte an UNESCO-Welterbe-Stätten in Deutschland verweisen. Das Bauhaus Dessau, die Luthergedenkstätten in den Lutherstädten Eisleben und Wittenberg, das Gartenreich Dessau-Wörlitz sowie Stiftskirche, Schloss und Altstadt von Quedlinburg zählen dazu. Der Naumburger Dom war der fünfte Eintrag in das begehrte Verzeichnis. Übrigens ist Aschersleben die älteste Stadt des Landes. Im Jahre 753 wird sie im Codex Eberhardi des Klosters Fulda erwähnt. Es gibt also jederzeit viel Spannendes und Wissenswertes über Sachsen-Anhalt und seine Herkunft zu entdecken. (tw)

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