Mittwoch, August 10, 2022
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Sachsen-Anhalt: Land mit Zukunft!?

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Sachsen-Anhalt trug ab 1990 und in den Folgejahren bei wichtigen Kennziffern im Vergleich zu anderen Bundesländern oft die Rote Laterne. Mittlerweile – jedenfalls vor dem Lockdown zur Corona-Pandemie – hat das Land andere hinter sich gelassen.

Das Bruttoinlandsprodukt ist die zentrale Größe der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen. Es misst den Wert der im Inland hergestellten Waren und Dienstleistungen. Hier rangiert Sachsen-Anhalt als relativ kleines Flächenland für das Jahr 2019 auf Platz 13 (63.545.000 Euro) nach Thüringen und vor Mecklenburg-Vorpommern. Schlusslicht ist Bremen. Die Spitzenposition hält Nordrhein-Westfalen mit über 711 Millionen Euro. Bezogen auf die Einwohnerzahl liegt das Land mit 28.880 Euro pro Kopf allerdings noch auf dem letzten Platz, knapp hinter Mecklenburg-Vorpommern mit 28.940 Euro. An der Spitze rangiert Hamburg mit 66.879 Euro (Durchschnitt Deutschland: 41.358 Euro)

Im Bruttolohndurchschnitt belegt das Land mit 3.468 Euro Platz 14 nach Sachsen mit 3.515 Euro (Platz 15: Thüringen mit 3.366 Euro und Platz 16: Mecklenburg-Vorpommern mit 3.321 Euro). Bei der Pro-Kopf-Verschuldung rangiert Sachsen-Anhalt aktuell mit 9.496 Euro auf Platz 6 (1. Platz: Bremen 43.972 Euro, Platz 16: Bayern mit 987 Euro – Stand 2019). Die höchste Gesamtverschuldung weist mit fast 171 Millarden Euro Nordrhein-Westfalen auf. Die geringste Gesamtverschuldung hat Sachsen mit rund 1,1 Millarden Euro. Sachsen-Anhalt ist 2019 mit rund 20,8 Millarden Euro verschuldet und belegt damit Platz 10 im Länderranking.

Im Länderfinanzausgleich erhielt Sachsen-Anhalt 2019 rund 652,3 Millionen Euro und belegt damit den 6. Platz. Die höchsten Zuwendungen erhielt Berlin mit 4,33 Milliarden Euro. Die vier Länder Bayern (6,7 Mrd. Euro), Baden-Württemberg (2,44 Mrd. Euro), Hessen (1,9 Mrd. Euro) und Hamburg (120 Mio. Euro) zahlen als einzige in den Länderfinanzausgleich ein.

Übrigens belegt Sachsen-Anhalt bundesweit auch einen positiven Spitzenplatz. Bei der Betreuungsquote, d. h. beim Anteil der Kinder unter 3 Jahren in Kindertagesbetreuung kann das Land auf eine Quote von 58,1 Prozent verweisen. In einer weiteren sozialen Kennziffer, die der Armutsgefährdung rangiert Sachsen-Anhalt mit 19,5 Prozent auf Platz 3. Davor liegen nur Mecklenburg-Vorpommern (20,9%) und Spitzenreiter Bremen (22,7%; Stand 2018). Das geringste Armutsrisiko weisen Baden-Württemberg mit 11,9 Prozent und Bayern mit 11,7 Prozent auf.
Mit einer Gesamtbewertung von 68 Punkten erreichte Sachsen im Vergleich mit den anderen Bundesländern das beste Ergebnis beim Bildungsmonitor 2019. In diesem Bereich belegt Sachsen-Anhalt den 12. Platz. Schlusslicht ist die Bundeshauptstadt Berlin. Die Anzahl der Gefangenen und Verwahrten (geschlossener und offener Vollzug) in Justizvollzugsanstalten betrup per 31. März 2020 in Sachsen-Anhalt 1.678 Personen. Die meisten Insassen hat Nordrhein-Westfalen mit 14.490, die geringste Anzahl Gefangener hat Bremen mit 607. Bei der Polizeidichte belegt Sachsen-Anhalt im Ländervergleich den 8. Platz (286 Polizisten auf 100.000 Einwohner). Berlin besitzt mit 473 Polizisten die höchste Dichte, die niedrigste hat Rheinland-Pfalz mit 224 Polizisten.

Auch wenn sich Sachsen-Anhalt nicht mit den wirtschaftsstarken Regionen Deutschlands messen kann, ist in den vergangenen 30 Jahren seit der Deutschen Einheit eine Menge passiert. Insbesondere in Infrastruktur-Bereichen zeigt sich das Land modern. Und weil hierzulande noch nicht alles festgezurrt ist, existieren manche Chancen für positive Entwicklungen. (tw)

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