Mittwoch, Dezember 8, 2021
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SC Magdeburg: „Februar ist Monat der Wahrheit“

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Während die deutsche Handball-Nationalmannschaft derzeit um den Europameistertitel kämpft, wird beim SC Magdeburg mit Nachdruck an der Gestaltung des Jahres 2020 gebastelt. Die KOMPAKT Zeitung sprach darüber mit Geschäftsführer Marc Schmedt.

KOMPAKT ZEITUNG: Normalerweise könnte man es während der dreiwöchigen EM-Pause doch etwas ruhiger angehen lassen, oder?
Marc Schmedt: Da trügt der Schein. In diesen Tagen gilt es, die Weichen für eine Rückrunde zu stellen, die es in sich hat, zahlreiche Höhepunkte bereithält. Dabei ist der Februar für uns so etwas wie der Monat der Wahrheit. Es warten sowohl in der Bundesliga (Flensburg, Hannover, Berlin, Leipzig, d. Red.) als auch im EHF-Pokal mit zwei Partien ganz schwere Aufgaben auf uns. Da werden die Weichen gestellt, wo die weitere Reise hingeht.

Im europäischen Wettbewerb hat der SCM mit HBC Nantes, Gorenje Velenje und Ademar Leon ganz offensichtlich die schwerste aller Gruppen erwischt.
Das kann man wohl sagen. Das ist schon Champions League light. Alle drei Teams spielten im vergangenen Jahr in der Königsklasse. Doch neben der sportlichen Herausforderung gilt es noch eine andere zu meistern: Wir werden quasi im Drei-Tage-Rhythmus Spiele bestreiten. Wir müssen also die Reisestrapazen so gering wie möglich halten und die nötige Zeit für Regeneration schaffen. Deshalb werden wir wahrscheinlich zu den Auswärtsbegegnungen im EHF-Cup Charterflieger nutzen, selbst wenn das finanziell einen höheren Aufwand erfordert. Aber wenn man international dabei sein will, darf man nicht wegen der Belastungen stöhnen, sondern muss die Bedingungen dafür akzeptieren.

Marc Schmedt,
Geschäftsführer der Handball Magdeburg GmbH

Im nächsten Jahr steht zudem eine einschneidende Reform der europäischen Wettbewerbe bevor. Die Zahl der Mannschaften in der Champions League wird reduziert, eine sogenannte Euro-League löst den EHF-Cup ab. Was bedeutet das in der Praxis?
In der Champions League geht zwar die Zahl der Teilnehmer zurück, die Zahl der Partien schnellt aber, weil nach einem anderen System gespielt wird, noch einmal deutlich nach oben. Für die Teilnehmer der Europa-League hält allein die Gruppenphase zehn zusätzliche Begegnungen bereit. Die Belastung wird also nicht geringer. Man könnte künftig sogar in einem gewissen Sinne von zwei zusätzlichen Ligen sprechen, die dann entstehen.

Und die Belastung?
Für mich stellt sich da zuallererst die Frage, ob es wirklich in jedem Jahr eine Welt- oder Europameisterschaft geben muss. Alle vier Jahre kommen noch Olympische Spiele hinzu, sodass in diesen Jahren gleich zwei Top-Ereignisse anstehen. Dies zu verändern, darüber könnte man nachdenken.

In der Bundesliga bietet sich in dieser Saison ein völlig verändertes Bild, da kann tatsächlich jeder jeden schlagen. Und der SCM kann nach einem Zwischentief im Herbst jetzt als Vierter mit einem Rückstand von nur zwei Punkten auf Spitzenreiter Kiel sogar wieder vom Titel träumen.
Soweit würde ich zwar nicht gehen und von der Meisterschaft reden, aber richtig ist, dass die Leistungsdichte extrem zugenommen hat und eben Resultate wie einen Sieg von Wetzlar in Kiel oder eine Niederlage von Flensburg in Ludwigshafen hervorbringt. Insofern muss man, nur als ein Beispiel, unseren Sieg in Ludwigshafen, selbst wenn es spielerisch nicht immer überzeugend war, als Erfolg bewerten. Für mich macht diese Ausgeglichenheit, wo viele Partien erst in den Schlusssekunden entschieden werden, den besonderen Reiz der deutschen Liga aus. Das muss die Bundesliga unbedingt beibehalten. Wir brauchen keine spanischen oder polnischen Verhältnisse, wo zwei, maximal drei Teams dominieren und im Ligaalltag ansonsten Langeweile herrscht.

Nachdem es im Sommer beim SCM ein halbes Dutzend Veränderungen im Kader gab, wie sieht es diesmal aus? Auf jeden Fall nicht in diesen Dimensionen. Es ist ja bekannt, dass uns Albin Lagergren und Erik Schmidt verlassen werden. Dafür kommen im rechten Rückraum der isländische Nationalspieler Omar Ingi Magnusson und am Kreis der norwegische Nationalspieler Magnus Gullerud hinzu.

Apropos Kader: In jüngster Zeit gab es, unter anderem in den sozialen Medien, Spekulationen, linksaußen Lukas Mertens werde von den Füchsen Berlin umworben. Einige behaupten sogar, er stehe dort schon im Wort. Was können Sie dazu sagen?
Darüber ist mir nichts bekannt. Lukas hat bei uns einen Vertrag bis 2022. Und wir brauchen ihn für die großen Aufgaben der Zukunft, sind froh, dass wir auf den Außenpositionen so gut aufgestellt sind. Außerdem: Weder der Spieler selbst, noch sein Berater oder die Füchse Berlin sind bezüglich eines Wechsels an uns herangetreten. Mehr ist dazu nicht zu sagen.


Fragen: Rudi Bartlitz

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