Scharfe Sprüche: Augen öffnen und dranbleiben

Jetzt ist eine Zeit, da helfen keine scharfen Sprüche. Jetzt ist die Zeit der Taten. Ihr meint, das ginge nicht, weil doch die meisten zu Hause zum Nichtstun verurteilt sind. Haltet mal bitte das Palaver im Internet an. Haut Euch nicht gegenseitig den Blödsinn vor die Füße, wenn Ihr glaubt, dass da irgendjemand etwas falsch gemacht hat. Früher gab es die Rede von den Waschweibern, die alles und jeden mit ihrer Tratscherei durch den Dreck gezogen haben. Sicher will sich niemand mit so einem Verhalten auf eine Stufe stellen. Also Augen auf im beschränkten Straßenverkehr und gucken, wo man wie helfen kann.

Welcher Nachbar oder welche Nachbarin brauchen Hilfe beim Einkaufen? Bei wem fehlt etwas? Welche Informationen sind für wen wirklich wichtig? Dann gebt sie weiter. Und haltet die gute Laune aufrecht. Das ist wichtig. Es erhält die seelische Gesundheit. Wer in diesen Tagen oder in den kommenden Wochen jammert, bremst sich und andere aus. Wie man weiß, haben Gastronomen gerade keinen Sonnenschein. Aber wir sind da nicht schlechter oder besser dran wie viele andere auch. Aus Corona werden Schicksalstage, wie wir sie wahrscheinlich seit dem Krieg nicht mehr erlebt haben. Not hat etwas Progressives. Kreativität und Ideen sind gefragt. Wenn beispielsweise die Wohlfahrtsverbände jetzt ihre Arbeit eingestellt haben und es keine Versorgung durch die Tafeln gibt, was wird aus den Schwächsten der Schwachen? Den meisten von uns geht es doch noch ganz gut. Jetzt gilt es, wirklich Solidarität zu zeigen. Wer kennt wen, der unsere Unterstützung braucht? Übrigens könnt Ihr Euch da gern an die KOMPAKT ZEITUNG wenden, bzw. per E-Mail oder über Facebook an „Corona Magdeburg“. Dort können Hilfesuchende und Helfende zusammenkommen.

Auch ich habe bereits mit einigen gastronomischen Mitstreitern gesprochen und wir versuchen gerade eine Hilfsaktion für die Ärmsten in der Stadt auf die Beine zu stellen. Es geht was, auch wenn es derzeit so schwer erscheint. Lieferdienstleistungen, unter die Arme greifen, sich austauschen – so erhalten wir uns die Gemeinschaft, die wir jetzt dringend brauchen. Zieht nicht über andere her, sondern geht mit gutem Beispiel voran. Pustet Eure Energie nicht mit Kleingeistigkeit ins Netz, sondern gebt Euch großherzig und hilfsbereit. Während der Flut hatten wir das alle gut demonstriert. Und danach wird’s auch wieder was mit den scharfen Currywürsten. Ich bleibe am Ball, auch wenn jetzt Fußballspielpause ist.

Also bis gleich, Euer Olaf vom Hassel.

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