Montag, November 28, 2022

Scharfe Sprüche: Currywurst für die Verdauung

Folge uns

Ich weiß, dass sich ein Jolen und Kreischen über meine Worte hier ergießen wird. Wie kann der Sprücheklopfer Olaf nur behaupten, dass Currywurst etwas mit Gesundheit oder gar Medizin zu tun hätte. Nun, ich will es Euch erklären. Na klar ist so eine Wurst mit ihren gut 600 Kalorien keine Diätspeise. Wer eine Riesenwurst plus eine Portion Pommes bestellt, lässt es richtig krachen. Aber niemand – ich schon gar nicht – rate jemanden zu permanentem Currywurst-Genuss.

Aber es gibt ein anderes Gesundheitsgeheimnis. Und das heißt scharf. Eine deutsche Volkskrankheit nennt sich Magenschleimhautreizung, im Fach-medizinischen als Gastritis bezeichnet. Jeder Elfte in Deutschland gibt an, an Magen-Darm-Beschwerden zu leiden. Manche Gesundheitsexperten raten von scharfen Speisen ab. Das ist jedoch nach neueren Forschungen offenbar ein Fehlschluss. Wissenschaftler haben sich nämlich weltweit Ethnien angeschaut, die vorwiegend scharf würzen. Nach den Ergebnissen war die Überraschung riesengroß. Völker, die richtig gepfeffertes Essen machen, kennen überhaupt keine Magenbeschwerden. Gastritis ist also offenbar ein Phänomen der Weicheier, die keinen Schweiß vom Chilli auf der Stirn haben wollen.

Die Mediziner liefern eine sehr schlüssige Erklärung, warum solche gewürzten Sachen dem Magen gar nichts anhaben können. Vermeintlich soll das Scharfe ja die Schleimhaut wegätzen. Genau das Gegenteil ist der Fall. Scharfe Stoffe regen die Durchblutung der Magenschleimhäute an und fördern die Produktion von Schleim. Einfach aber genial. Für Schärfe in Chilischoten und Paprika ist etwa der Stoff Capsaicin verantwortlich, in Pfeffer ist es Piperin, Allicin in Knoblauch, Gingerol in Ingwer und Senföl in Meerrettich und Senf. Im Mund reizen Scharfmacher die Nerven in der Schleimhaut, die für die Wahrnehmung von Wärme zuständig sind. Und genauso soll es im Magen sein. Der Schmerzreiz durch scharfes Essen schüttet Endorphine aus. Also Glückshormone. Der Scharfmacher Capsaicin in Chilischoten soll positive Auswirkungen auf das Herz haben. Außerdem werden Cholesterinwerte gesenkt. Die gefäßerweiternde Wirkung sorgt für eine bessere Durchblutung. Echte Scharfmacher kurbeln auf diese Weise die Verdauung an. Und nun wisst Ihr, warum Ihr bei Olaf hin und wieder eine extra-feurige Wurst bestellen solltet. Ich rühre schon mal ein paar mehr von meinen besonders guten Verdauungssoßen an.
Bis gleich, Euer Olaf vom Hassel.

Olaf Bernhardt

Anzeige
WEITERE
Magdeburg
Bedeckt
4.1 ° C
4.5 °
3.2 °
83 %
1.8kmh
99 %
Mo
7 °
Di
5 °
Mi
5 °
Do
3 °
Fr
2 °

E-Paper