Scharfe Sprüche: Eiertanz ums Würstchen

Nach guter alter Tradition haben die Erzeuger vor ihrem Nachwuchs bunte Eier, Naschwerk und kleine Geschenke versteckt. Auf diese Weise wurden die Kleinen alljährlich an die evolutionäre Stufe der Jäger und Sammler herangeführt. So wie die Menschheit müssen alle innerhalb ihrer Lebensfrist die Phasen der Menschwerdung durchlaufen. Als Knäblein durfte ich auch manchen schönen Eiertanz aufführen. Einen vor Mama, vor der Oma und manchen vor anderen Verwandten. Ich kann Euch sagen, ich bin gut durch die Etappe durchgekommen und habe dabei meine Aufspürfähigkeiten entwickelt.

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Nun suchen wir seit über einem Jahr akribisch Viren, Infektionen und deren Mutationen. Das ist wie Dauer-Ostern, allerdings ausschließlich mit bösen Überraschungen und Zero Frohsinn. Das macht keinen fröhlich, produziert jede Menge Ärger und senkt die Frustrationstoleranz. Unter der Glaskuppel des Reichstagsgebäudes ist die Atemluft gut gereinigt. Da riecht man wenig vom Angstschweiß und man ist auch gut gegen Verzweiflungsrufe der kleinen Frauen und Männer abgeschirmt. Und dann gibt es da noch die Parlamentsosterhasen, die sogar gut versteckte Geldscheinbündel fürs eigene Nest finden können. Wenn ich da so an den Ursprung des Osterfestes denke, bei dem Jesus Karfreitag ans Kreuz genagelt wurde, schwant mir, Pontius Pilatus hat den Falschen bestraft. Als braver Bürger fühlt man sich unter dem Diktat von Verordnungen wie fortwährend ans Kreuz genagelt. Und für die Sünden der Hirten dürfen die Lämmer ihr letztes Fell geben. Ganz ehrlich, so macht Ostern keine Freude. Die jährliche Runde am Osterfeuer ist vom Virus-Winde verweht, zu Hause klingelt nur der Eierkocher, aber keine Freunde und Verwandten an der Haustür. Kontaktsperre sperrt die Seele ein. So ist das. Im Supermarkt kloppt man sich ums letzte Filet vom Osterlämmchen und in der Boutique nebenan braucht man einen Termin für den Kauf von Frühlingssocken. Ob unser Vater im Himmel den Menschen so wollte, wie er sich heute als Angsthase nicht zum Osterspaziergang traut?

Wenn Euch zu Ostern die große Mulmigkeit überfällt, kommt doch einfach zu mir an den Hassel. Da könnt Ihr ein paar echt leckere Würstchenstücke suchen und finden. Und damit es keinen Eiertanz um die Würste gibt, bereite ich jedes gegrillte Darmkunstwerk besonders schmackhaft vor. Farbliche Verzierungen in roten, Curry- oder Senftönen gibt es bei mir das ganze Jahr über. Auf diese Weise ist bei mir auch Dauer-Ostern, nur eben mit Spaß, Freude und Lebenswürze. Bleibt fröhlich und nehmt lieber Olafs Würstchen-Pandemie als permanente Corona-Suppe aus dem politischen Dampfgarer. Frohe Ostern und … bis gleich, Euer Olaf vom Hassel.