Samstag, Mai 21, 2022
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Scharfe Sprüche: Kühle Köpfe am Osterfeuer

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Eier und Osterfeuer – das sind zwei Worte, die nach heutiger Lesart kontaminiert sind. Eier, weil es Leute gibt, die meinen immer noch, so einer wie Putin hätte wegen seiner „speziellen Operation“ in der Ukraine richtig dicke „Eier“. Vielleicht sind ihm die Dinger in den Kopf gestiegen. Für mich zeigt sich in diesem sinnlosen Krieg, dass Typen, die ständig von Bedrohungen schwafeln, kreuzgefährlich sind. Irgendwann schlagen sie aus Angst um sich und wollen andere glauben machen, dass sie aus Stärke handeln. Ich habe jetzt die Misere und muss aus dem Volksgut Currywurst mit Pommes einen Luxusbräter machen, weil’s Öl knapp wird und die Preise in Richtung Beluga-Kaviar klettern.

Und Osterfeuer, die wir bis vor drei Jahren aus langer Tradition zur Vertreibung der Wintergeister angefackelt hatten, wegen der Zusammenkünfte verboten waren, wegen des Kimaschutzes ohnehin Teufelszeug sind und nun kommt noch diese fürchterliche Feuerei vom Moskauer Zaren dazu. Da kommt mir wirklich jeder Spaß abhanden. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie schwer das für einen wie mich ist, der üblicherweise täglich von einer Guten-Laune-Stunde zur nächsten hechelt und nun jetzt ständig von dieser Kriegsrealität verprügelt wird. Da schmecken selbst die Frühstückseier total fad.

Heute bin ich ja schon froh, dass ich hier meinen kleinen Imbiss habe und keinen größeren Filialbetrieb mit aufwendiger Logistik. Mal sehen, wie die Pizza-Lieferkollegen auf Dauer mit den Sprit-Preisen klarkommen. Nun hilft uns wie immer kein Jammern. Das haben wir ja schon bei den Corona-Krautregeln gelernt. Ärmel hochkrempeln und über’s Wasser laufen, so wie es einst Jesus, des Herrgotts Sohn, gemacht haben soll, um die Leute aus dem Schlamassel zu führen. Hier reicht es schon, wenn man einmal quer über die Hassel-Oberfläche schreitet und in Olafs Zukunftstempel einkehrt, sich unter die betenden Jünger gesellt und bei der Morgen-, Mittags- oder Nachtandacht mitmacht. Currywurst essen ist ein wenig wie Auferstehung. Also ich kenne nur Leute, die im Anschluss ihrer Pilgerfahrt zu Olaf echt erleuchtet waren.

Natürlich könnt Ihr auch die Ostermesse im Dom oder die bei St. Sebastian besuchen. Ob Euch das jedoch dem Himmel näher bringt, vage ich zu bezweifeln. Okay, Ihr habt natürlich recht, dass ich kein waschechter Priester bin, aber jemandem ordentlich die Beichte abnehmen, dass kann ich bestimmt besser als mancher Soutane-Träger.

Ihr meint bestimmt, mir ist das bevorstehende Osterfest schon ein wenig in die Rübe gestiegen und hat mir das Oberstübchen verkramt. Kann sein, aber so ist das in Zeiten, wenn man über jedes Wort nachdenken soll, bevor es über die Lippen flutscht. Das macht völlig meschugge. Leider wird aus heißgepresstem Hirnverschnitt auch kein gutes Öl fürs Frittenbraten. Also, färbt Euch ein paar dicke Eier bunt und genießt das Osterfeuer in euren Köpfen. Ich vermute, wenn die Weltlage so weitergeht, laufen wir mit der Zeit alle noch ganz heiß. Ich rate Euch, bewahrt weiterhin einen kühlen Eierkopf und lasst Euch mal am Osterfeuer in meiner Frittenbude sehen.
Bis gleich, Euer Olaf vom Hassel.

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