Mittwoch, August 10, 2022
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Scharfe Sprüche: Lieber Würste als Bitcoins

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An den Börsen dieser Welt gibt eine regelrechte Rallye auf Aktien und andere Geldanlagen. Bitcoins zum Beispiel. Ich lache mir manchmal ins Fäustchen, wenn so ein Digital-Money-Jongleur seinen Schlüssel verloren hat und nicht mehr an seine Stream-Moneten kommt. Einer soll sich ja dadurch um Bitcoins in Höhe von 200 Millionen Dollar gebracht haben. Früher verlor man an der Börse Kohle, weil sie dann jemand anders hat. Heute ist das Geld weg, aber wenigstens hat es kein anderer. Das ist doch ein schöner Trost.

So wie sich die Wege des Reichwerdens verändern, so bleibt ein alter Spruch ganz jung: Gier frisst Hirn! Das wussten schon unsere Vorvormütter. Der Mensch lernt eben nie aus und muss alle Erfahrungen selbst machen, bevor er tugendhaft und weise wird. Ihr habt recht, dass waren jetzt ebenso Sprechblasen aus der Phrasenbank. Man kann an ihnen aber gut ablesen, dass manche unserer Verhaltensweisen ziemlich konstant funktionieren. Vielfach wird als Ursache dafür die Schuld des Systems beklagt. Okay, ich muss wohl hier niemandem erklären, dass Schuldfragen nur den Ingenieuren der Systeme übergeholfen werden können und nicht den Apparaten, die von ihnen geschaffen wurden. Maximal die Leute tragen Mitverantwortung, die sich in solchen gesellschaftlichen Apparaturen bewegen und solche, die sie akzeptieren.

Ich weiß, ich theoretisiere hier ganz schön herum. Ich wollte doch über den Run auf die Gewinne reden. Es muss schon eine Menge virtueller Moneten auf diesem Planeten geben, wenn Börsenwerte wie Fontänen in die Höhe schießen. Wir kennen alle den schönen Ausspruch, dass die Nachfrage den Preis bestimmt. Bei Börsianern und Anlegern ist es also die Gewinnnachfrage, mit der die Preise für virtuelle Werte in irgendwelche unbekannten Paralleluniversen geschossen werden. Ich garantiere Euch, viele werden sich an einem bestimmten Punkt wieder verrechnet haben und dann ist die Heulerei wieder groß. Ich bleibe lieber bei meinen Würstchen. Die kann man anfassen und schmecken auch noch. Das ist garantiert eine gute Währung. Sie wird permanent nachgefragt, verliert nicht an Geschmack und es gibt sie täglich frisch aus der Darmpresse. Und im Wert sind sie unheimlich stabil. Ihr könnt ja mal reinbeißen. Den Zugangscode kann man auch nicht verlieren. Der besteht aus einer einfachen Bestellformel mit dem Wörtchen bitte. Und schon öffnen sich die heißbegehrten Wertbehälter. Da ist nichts kryptisch und es geht auch nichts flöten.
Also bis gleich, Euer Olaf vom Hassel.

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