Scharfe Sprüche: Weniger Meckern aber mehr Hunger auf Currywurst

Man weiß gar nicht mehr, wann es angefangen hat. Oder war es eigentlich schon immer so? Ich rede von dieser Kultur, in allem nur das Negative zu sehen. Na klar gab es Kritik schon immer, nur jetzt wird sie über alles und allen ausgeschüttet. Politiker standen eh und je am Pranger, und häufig genug zu Recht. Doch heute ist man bereits als Otto-Normalo – und da muss man gar nicht aus der Ottostadt kommen – ein verdammenswürdiges Subjekt. So weltoffen und tolerant auch gepredigt wird, am Ende werden stets andere irgendwie beleidigt oder abgewertet. Da mir mein Schnabel nun einmal so gewachsen ist, dass ich nicht um den heißen Brei herumrede, sondern ohne Umschweife meinem Gegenüber die Worte an den Kopf knalle, die ich gerade für angemessen halte.

Ehrlichkeit und Offenheit ist eine schwindende Tugend. Es kann keinen größeren Respekt vor einem anderen geben, als ihm reinen Wein mit Worten einzuschenken. Man kann mir ja eine Menge Wurstkram als Currybuden-Betreiber unterstellen – und das passiert sowieso –, aber was nicht geht, ist, dass ich klein beigeben würde, den Kopf einzöge oder andere Körperteile. Das ist übrigens auch der Grund, warum ich hier mit meinen geneigten anderen Gastronomie-Kollegen am Hassel die Fahne für Lebendigkeit hochhalte. Es gibt ja Leute – kürzlich war es eine Dame vom MDR –, die den Hassel nicht nur schon abgeschrieben haben, sondern, die ihn regelrecht totschreiben.

Ich weiß natürlich nicht, wann die Wort-Köchin das letzte Mal aus ihrem Funkhaus herausgekommen ist, um sich vor meiner Curry-Haustür mal richtig umzusehen. Jedenfalls wäre dann kein Kommentarquark rausgekommen, sondern sie hätte ehrliches, geradliniges Arbeiten am Schmelztiegel des Lebens beobachten können. Gott sei Dank gibt es das schöne alte Sprichwort „Totgesagte leben länger“. Und so ist es auch mit uns, die hier vielen Mädels und Jungs allen Alters die Gaumen verzaubern.

Wenn das jetzt alles so klang, als würde ich mir hier richtig Luft machen. Bleibt mal alle schön cool. Ich rede immer so. Das ist meine normal temperierte Gelassenheit. Also nicht gleich wieder aufregen und rote Ketschub-Köppe kriegen. Der ist besser als Wurst- und Frittenbeigabe geeignet anstatt Körperfarbe zu sein. Ich sage nur deshalb lieber Ketschub-Kopp, weil Rothaut bestimmt ins rassistische Vokabular gehört. Und damit habe ich nichts am Hut. Was hilft nun gegen die vielen Shitstorms? Weniger Meckern und mehr Hunger auf Currywurst.
Also bis gleich, Euer Olaf vom Hassel.

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