Sonntag, August 14, 2022
Anzeige

Scharfe Sprüche: Zeit für die schönsten Adventslieder

Anzeige

Folge uns

Advent, Advent
ein Virus brennt.
Erst eins, dann zwei
dann drei, dann vier,
dann steht der Lockdown vor der Tür.

Ich weiß, ich gehöre nicht zu den größten Dichtern, aber dieser kleine Reim duftete mir wirklich in die Adventsnase. Wir erleben nun die zweite Vorweihnachtszeit im Corona-Mäntelchen. Süßer die Viren nie klinken als zu der Weihnachtszeit … Ach man möchte die Weihnachtslieder alle umdichten. Mit Christkind und Heiliger Nacht hat das Fest wirklich nichts mehr zu tun. Mann oh Mann, schon wieder ein Gedicht: Von drauß‘ vom Walde komm ich her; ich muss euch sagen, es impft schon sehr! Allüberall auf den Tannenspritzen. sah ich goldne Infektionen blitzen … oder so ähnlich.

Und dann die vielstimmigen Chöre, links die der Geimpften und von rechts die Stimmen der Ungeimpften. Es liegen so schöne Melodien in der Luft. Wie sie doch alle von den rechten und den schlechten Wegen singen. Mit süßen Boostern locken und einsam in den Stuben hocken. Mir ist’s in diesen Tagen richtig warm um’s Herz. Wie doch alle schön zusammenhalten, auf die Solidarität pfeifen und die Angstposaunen blasen. Ist das nicht herrlich? Sind wir Deutschen nicht ein schönes musisches Völkchen?

Apropos Angstposaunen, ich erinnere mich noch gut an die Schreckensberichte im Frühjar 2020. Welche Horrorszenarien wurden uns in Folge des Todes-Virus versprochen. Manche haben sich nicht mehr vor die Tür getraut. Schließlich ging im ganzen Land der Sensenmann um und mähte jeden nieder, der nicht genügend Abstand hielt. Der Sommer kam und durch die Körper zog weiterhin der Covid-Schüttelfrost. Dann erklommen die Neuinfektionen im Herbst des vergangenen Jahres neue Rekordgipfel. Wir schlossen uns in den Lockdown ein und überwinterten drinnen warm und sicher vor der arktischen Viruskälte. Wie schön, dass der Mai endlich die Türen aufschloss, man wieder ins Freie ging, aber stets mit der Angst im Nacken, gleich könnte die nächste Infektion zuschlagen.

Und was soll ich heute angesichts der höchsten je verkündeten Inzidenzen sagen? Ich glaube wir müssen neue Superlative erfinden, um den verbalen Horror vom Frühjahr 2020 an die aktuelle Lage anzupassen. Nur fällt mir dazu wenig ein. Wir haben doch die schlimmsten Worte schon vor eineinhalb Jahren verschossen. Gegenüber der Situation heute war 2020 nur ein leichtes Pandemielüftchen. Was lernt uns das? Man sollte sich lieber in Zurückhaltung üben und nicht mit den übelsten Bedrohungen winken. Es wird eben doch oft immer schlimmer.

Seht Ihr, weil ich keine Worte mehr für das Hauen und Stechen an der Virus- und Anti-Virus-Front finde, singe ich mir wundervolle Wundenlieder zum Advent: Laute Nacht, schreckliche Nacht! Alles schlägt, einsam kracht! Nur die traute, große Schar. Holde Leute an der Bar. Trinken in himmlischer Ruh. Prosten sich immer noch zu. Ist das nicht ein feines Lied? Mich macht die Ohnmacht der Politik und die Hysterie in Medien igendwann doch noch zum Lyriker. Wie haben wir für die Mini-Inzidenzen alles schön dichtgemacht und jetzt tanzen wir Trümpi sei Dank auf den Weihnachtsmarkt und stecken uns rote Viren-Nasen an.

Komische Zeiten machen komische Lieder. Leute lasst Euch den Advent nicht verhageln. Zündet Euch ein friedliches Lichtlein an, macht mal Pause von der Corona-Sause. Gießt Euch heißen Glühwein in die Becher und bestellt Euch Olafs beste Currywurst dazu, am besten mit veganen Fritten. Da habt Ihr gleich etwas fürs gute Klima in den privaten Rumpelbuden gemacht. Und wer’s Zuhause partout nicht aushält, kommt zu mir in den Laden und wir singen gemeinsam: O du fröliche, o du selige, gnadenbringende Coronazeit! Welt ging verloren, Lauterbach geboren: Freue, freue dich, Drostenheit!
Bis gleich, Euer Olaf vom Hassel.

WEITERE
Magdeburg
Bedeckt
19.5 ° C
20.6 °
19.5 °
88 %
2.8kmh
85 %
So
33 °
Mo
32 °
Di
30 °
Mi
34 °
Do
26 °

E-Paper