Schaufenster in die Geschichte: Antiquariat feiert 60. Geburtstag

Das Flanieren entlang der Magdeburger Einkaufsmeilen zählte im vergangenen Jahrhundert zum Freizeitvergnügen. Hier offerierten die Händler seit der Erfindung der Schaufenster im Jahr 1840 ihre Waren und ließen den Raum des Ladenlokals zum Kunden hin transparent werden. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts avancierte die Schaufenstergestaltung zu einer eigenen Disziplin Die Händler übertrumpften sich regelrecht, Kaufhäuser installierten eigene Schauwerbeabteilungen. Nichts blieb unversucht, um die Kunden über diese Werbeträger zur Straße hin in die Geschäfte zu locken. Heute hat das Schaufenster an Bedeutung verloren. Minimalistische Dekoration in gleißendem LED-Licht ist die Devise.

Annerose Busse will als Inhaberin des Magdeburger Antiquariats an alte Traditionen anknüpfen und hat sich zum 60-jährigen Jubiläum des Antiquariates etwas Besonderes zur Schaufenstergestaltung einfallen lassen. Den Magdeburgern möchte sie zur Freude und zum Staunen ganzjährig außergewöhnliche Schaufenster präsentieren. Jeden Monat findet sich dort eine ganz besondere Sammlung. So wird im Januar ein derzeit beliebtes Sammelobjekt zu sehen sein. Eine sehr umfangreiche Schau von alten Ansichtskarten, die zeigen werden, in welchen Gaststätten und Lokalitäten die Magdeburger früher gefeiert haben. Im Februar ist eine große und seltene Sammlung von Papp-Anziehpuppen der zwanziger und dreißiger Jahre zu sehen, die täglich neu bekleidet werden.

Des Weiteren soll ein Schaufenster der Magdeburger Künstlervereinigung St. Lukas gewidmet sein. Darüber hinaus sollen gezeigt werden: Tauf- und Gratulationsbriefe aus dem 19. und 20. Jahrhundert, alte Kinderbücher ab 1880 und vieles mehr. Den Abschluss bildet im Dezember eine Ausstellung mit Weihnachtsgeschenkpapieren. Die aus etwa 400 Blättern bestehende Sammlung wurde schon einmal 2010 im Geschäft gezeigt und fand viele Bewunderer. Annerose Busse ist es dabei auch ein Anliegen zu zeigen, welche Freude das Sammeln bereiten kann und das es zur Bewahrung vieler schöner alter Dinge beiträgt.

Das Magdeburger Antiquariat ist seit 1961 in der Stadtmitte angesiedelt und ist für den An- und Verkauf von Büchern, Graphik und Handschriften den Magdeburgern bekannt. 1961 wurde es unter der Leitung des Volksbuchhandels Zweigstelle Bezirk Magdeburg gegründet. Seit 1970 war das Magdeburger Antiquariat im Buchpavilion am Hasselbachplatz zu finden, 1988 erfolgte der Umzug in die Karl-Marx-Straße 22, gegenüber dem damaligen Centrum-Warenhaus. Heute befindet es sich wieder am Hasselbachplatz in der Liebigstraße 6. 1991, vor also genau 30 Jahren, erfolgte die Privatisierung des Geschäftes, das seit 2005 von Frau Annerose Busse geführt wird. Das 50jährige Geschäftsjubiläum wurde mit vielen Gästen gefeiert. Nun plant die Inhaberin, nicht nur aus Corona-Gründen, eine Jubiläumsfeier der anderen Art.

Die Schaufenster sind schon seit vielen Jahren ein wichtiges Aushängeschild des Magdeburger Antiquariats und die Inhaberin gestaltet sie mit großer Freude und mit ständig wechselnden Themenbereichen. Da die Buchhandlungen während des Lockdowns in Sachsen-Anhalt weiter geöffnet bleiben dürfen, ist das erste Sonderschaufenster des Jubiläumsjahres jetzt zu bestaunen. Annerose Busse wünscht sich, dass die Schaufenster im Jubiläumsjahr besonders viele Betrachter und Bewunderer anziehen und dem Magdeburger Antiquariat noch viele erfolgreiche Geschäftsjahre mit interessanten und umfangreichen Ankäufen der unterschiedlichsten Sammel