Freitag, September 30, 2022
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Standpunkt Breiter Weg: Kosten und Verzicht

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Der Magdeburger Universität flatterte bereits die Erhöhung über die Nebenkosten für die Heizperiode ins Haus. Rund 500.000 Euro soll die Uni in diesem Jahr mehr blechen. Die Heizungsanlagen der Bildungseinrichtung hängen nicht an der Fernwärmeversorgung des Magdeburger Müllheizkraftwerkes, sondern werden mit Gas betrieben. Was in den 1990er Jahren die günstige Lösung war, wird heute zum finanziellen Desaster. Uni-Rektor Jens Strackeljan wurde wegen der Rechnung bereits bei Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Armin Willingmann vorstellig. Doch mit Geld konnte der nicht helfen. Dieses Schulterzucken an Ohnmacht werden wir künftig häufiger erleben.

Nicht nur zu Hause werden wir wegen der drohenden Wärmekostensteigerung die Heizungen drosseln, sondern auch am Arbeitsplatz. Angestellte und Unternehmer sind gleichermaßen finanziell betroffen bzw. doppelt. Denn Mehrkosten am Arbeitsplatz treffen alle. Nicht alle können zum Ausgleich höhere Umsätze erwirtschaften. Homeoffice sollte eines der Heilmittel sein, um mit den steigenden finanziellen Belastungen klarzukommen. So wird es von Politikern vielfach propagiert. Die Ratschläge zum Energiesparen, die Appelle zum Verzicht klingen in manchen Ohren wie Wasser-Predigten. Als würden sich Menschen in Notsituationen nicht zu helfen wissen. Die noch lebenden Kriegs- und Nachkriegsgenerationen kennen doch das Leben im Mangel. Selbst zu DDR-Zeiten wurden Altbauten oft noch mit Ofenheizungen betrieben. In Schlafzimmern war meist gar keine Heizquelle vorhanden. Auch die Versorgung mit warmem Wasser aus der Leitung setzte sich im Osten erst flächendeckend im Verlauf der 1980er Jahre durch.

Ich denke, die Älteren unter uns brauchen keine gutgemeinten Ratschläge zum Sparen. Für die Generationen, die in den vergangenen 30 Jahren aufgewachsen sind, mögen Strom und warmes Wasser und angenehm beheizte Räume eher eine Selbstverständlichkeit sein. Wahrscheinlich würde es unseren Energiehunger ebenso reduzieren, könnten mehr Menschen auf die permanente Nutzung ihres Smartphones verzichten. Schließlich verbrauchen Mobilfunk, riesige Serverfarmen und die kleinen Taschencomputer selbst zusammengenommen eine Menge Strom und das sogar für jede unsachliche, überflüssige Diskussion, für völlig belanglosen Nachrichtenquatsch und anderes mehr. In Sachen Stromsparen war Deutschland in den vergangenen Jahren auf einem guten Weg. Seit 2017 sank der Verbrauch. Im vergangenen Jahr stieg er wieder an. Trotz Klimaschutz-Bewusstsein steigt der Verbrauch. Wie bei der Uni dürfen wir uns auf hohe Energierechnungen freuen. Väterchen Staat reibt sich indes die Hände über 17,5 Prozent mehr an Steuereinnahmen, die wir alle erwirtschaften.

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